Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.10.2019


Wirtschaftspolitik

Unternehmer befürworten

Öko-Steuern

Heimische Firmen wünschen sich die Senkung der Lohnnebenkosten – und würden dafür einen Beitrag leisten.



Wien – Insgesamt sind die heimischen Unternehmen zuversichtlich – doch das Thema Klimawandel ist in den Chefetagen angekommen. Das ist ein Ergebnis einer neuen Studie von SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger, die im Auftrag der Beratungsfirma Deloitte durchgeführt wurde.

Für den Unternehmensmonitor wurden 600 Unternehmensvertreter in leitender Funktion von Firmen mit über 50 Mitarbeitern telefonisch befragt. Beim Thema Klimawandel zeigt sich jedes zweite Unternehmen besorgt. Gründe dafür können „Hitze im Betrieb, Ressourcenknappheit oder steigende Energiekosten“ sein, heißt es in der Studie. So fürchtet ein Drittel um sichere und leistbare Energieversorgung. Der Fokus auf das Thema Klima hat die Unternehmensberater überrascht, sagt Karin Mair, Partnerin bei Deloitte ­Österreich.

Doch der Klimaschutz kann für Unternehmen auch wirtschaftlich sinnvoll sein, betont Deloitte-Österreich-Chef Bernhard Gröhs: „Unternehmen sind bereit, zukunftsgerichtete Maßnahmen mit gesellschaftlichem Mehrwert mitzutragen – wenn sie dafür an anderer Stelle entlastet werden.“ Werden Abgaben wie Lohnnebenkosten gesenkt, würden auch über zwei Drittel der befragten Firmen eine Ökologisierung des Steuersystems in Kauf nehmen, geht aus der Studie hervor. Eine CO2-Steuer müsse auf europäischer Ebene eingeführt werden, sagt Gröhs.

Mit Abwanderung kämpft fast jedes zweite Unternehmen – vor allem in ländlichen Gebieten ist die Sorge der Unternehmer groß. Es brauche politische Strategien für eine nachhaltige Regionalentwicklung, fordern die Berater. „Unternehmen wissen, dass sie sich im Wettbewerb befinden und investieren müssen“, sagt Mair. Bildung und Kinderbetreuungseinrichtungen in ländlichen Regionen seien ein Hebel gegen den Fachkräftemangel am Land. (ritz)

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