Letztes Update am Do, 23.01.2014 09:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage

Sorge um China-Konjunktur: Industriegeschäft schrumpft

Der Einkaufsmanagerindex fiel unter die Marke von 50 Punkten.



Peking - Der Weltwirtschaft droht ein Dämpfer durch eine konjunkturelle Abkühlung in China. Dort schrumpften die Geschäfte der Industrie im Jänner zum ersten Mal seit sechs Monaten. Der Einkaufsmanagerindex von Markit und HSBC fiel um 0,9 auf 49,6 Punkte, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage unter Unternehmen ergab.

Fernost-Börsen im Minus

Damit sank das Barometer unter die Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Im Dezember lag das Barometer noch bei 50,5 Zählern.

„Hauptgrund dafür war die geringere Binnennachfrage“, sagte HSBC-Volkswirt Qu Hongbin. „Die Dynamik in der Industrie schwächt sich ab, was bereits das Wachstum der Beschäftigung gedämpft hat.“ Experten gehen deshalb davon aus, dass die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in diesem Jahr schwächer zulegen wird als in den beiden Vorjahren mit jeweils 7,7 Prozent - das war bereits der kleinste Zuwachs seit 1999. „Wir bleiben bei unserer Prognose von 7,2 Prozent“, sagte Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole CIB in Hongkong.

Die enttäuschenden Konjunkturdaten drückten die Börsen in Fernost ins Minus. „Diese schwachen Einkaufsmanager-Daten werden zwangsläufig die Angst vor einem Abschwung in der Volksrepublik schüren“, sagte der Ökonom Linus Yip.

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Schattenbanken bekämpfen

Die chinesische Führung will die Wirtschaft umbauen, um das Wachstum nachhaltiger machen. Sie setzt dabei weniger als bisher auf den Export, sondern will die Binnennachfrage stärken. Dafür nimmt die Regierung auch ein geringeres Wachstum in Kauf.

„Diese schwachen Einkaufsmanager-Daten werden zwangsläufig die Angst vor einem Abschwung in der Volksrepublik schüren“, sagte der chinesische Ökonom Linus Yip. Sein Kollege Kyoya Okazawa begründete die Entwicklung mit dem Reformkurs in China. Der Versuch, die Schattenbanken zu bekämpfen und die Märkte für den Privatsektor zu öffnen, belaste das Wachstum - vor allem in der ersten Jahreshälfte.

Der Nikkei büßte nach der Bekanntgabe der chinesischen Daten seine Gewinne ein und schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 15.695 Punkten. Der breiter gefasste Topix fiel sogar 0,9 Prozent auf 1287 Zähler. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Japans. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Singapur, Südkorea, Shanghai, Hongkong und Australien lagen im Minus. (APA/Reuters)