Kärntner Wirtschaft hofft auf Aufschwung in Italien

Mailand (APA) - Der Kärntner Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl hofft auf eine Besserung der italienischen Wirtschaft und damit auf neu...

Mailand (APA) - Der Kärntner Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl hofft auf eine Besserung der italienischen Wirtschaft und damit auf neue Chancen für die Kärntner Unternehmer. Mit einer schnellen Erholung rechne er jedoch nicht, sagte Mandl am Rande der Expo Mailand im Gespräch mit der APA.

Wenn die Weltausstellung ein Spiegelbild der Wirtschaft sei, dann bestehe Grund zur Hoffnung, meinte er, denn: „Wirtschaft hat auch viel mit Stimmung zu tun.“ Für Kärnten, wie für ganz Österreich, ist Italien nach Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt. Und hier hat es in den vergangenen Jahren zum Teil massive Rückgänge gegeben. Die Holzwirtschaft, ein in Kärnten wichtiger Sektor, habe Einbrüche von bis zu 40 Prozent hinnehmen müssen, erklärte Mandl beim Besuch der Expo.

Auf der Weltausstellung in der italienischen Metropole Mailand, die unter dem Thema „Feeding the Planet - Energy for Life“ steht, präsentieren sich 144 Länder mit zum Teil herausragender Architektur, außergewöhnlichen Konzepten und innovativen Umsetzungsformen zum Thema Ressourcen, Nachhaltigkeit und Ernährung. Der österreichische Pavillon erwies sich bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung als Publikumsmagnet. Am 7. Mai, nicht einmal eine Woche nach der Eröffnung, war die 100.000-Besucher-Marke bereits überschritten.

Die Präsentation „Breathe Austria“ ist ein durchgängiges Konzept zum Thema Wald. Dazu wurden die unterschiedlichsten Baumarten, Stauden und Waldpflanzen gesetzt, die sich prächtig entwickelt haben und stündlich Sauerstoff für 1.800 Menschen produzieren. Die Blattfläche von insgesamt rund 43.200 Quadratmetern soll auch als natürliche Klimaanlage wirken und an heißen Sommertagen die Besucher das kühle Mikroklima des österreichischen Waldes erleben lassen, das sie auch gleich mit außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen kombinieren und damit „Breathe Austria“ mit allen Sinnen erfassen können. Denn das Thema Wald zieht sich auch durchs kulinarische Angebot - von der Fichtenwipferl-Butter über verschiedene Wildgerichte mit Kräutern und Schwammerln bis hin zu den Nachspeisen, für die man ebenfalls im Wald fündig wurde. Die Rezepte wurden speziell für die Expo von österreichischen Spitzenköchen entwickelt, mit hoher Qualität umgesetzt und zeigen, welche Innovationskraft es auch hier gibt.

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Ein „zartes Pflänzchen“ und die längst erhoffte Trendumkehr ist für den Kärntner Wirtschaftskammerpräsidenten das in Italien für dieses Jahr erwartete Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent - nach einer Rezession in den Jahren 2013 und 2014. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird es starke Auswirkungen auf die Kärntner Wirtschaft haben“, sagte er. Auf eine Stabilisierung werde man aber dennoch warten müssen. In der Zwischenzeit will Kärnten im oberitalienischen Raum weiterhin stark präsent bleiben. Dazu sei unter anderem eine Vertiefung der Kooperation mit der italienischen Wirtschaftskammer geplant, kündigte Mandl an.

Kärntner Unternehmer haben nach wie vor große Chancen auf dem italienischen Markt, speziell für hochwertige Nahrungsmittel und Umwelttechnologien gebe es Wachstumspotenzial, erklärte Ingrid Valentini-Wanka, Leiterin der österreichischen Außenwirtschaftsstelle in Padua. Der innovative Expo-Auftritt der Österreicher könne für einen langfristigen Imageerfolg sorgen, so Valentini-Wanka.

Optimistisch sehen auch einzelne Wirtschaftstreibende in die Zukunft. So startete der Fertighaus-Hersteller Griffner Haus nach dem Konkurs 2013 mit neuem Eigentümer neu durch und will in diesem Jahr im oberitalienischen Raum zwölf schlüsselfertige Häuser errichten, erklärte Stefan Jausz, Geschäftsführer des italienischen Tochterunternehmens Casa Griffner, bei einer Pressekonferenz im Expo-Pavillon in Venedig. Die Halle ist die einzige Außenstelle der Expo Mailand und widmet sich dem Thema Wasser. Griffner setze auf weiteres Wachstum, sagte Jausz. Zur Unterstützung dieses Ziels soll am 15. Mai in Crema bei Mailand ein Musterhaus, das zweite dieser Art nach Udine, eröffnet werden.


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