Stanzer baut goldenes „Tiroler Mostviertel“ auf

Stanz bei Landeck – Es ist ein Getränk mit viel Tradition in der bäuerlichen Bevölkerung, ein Durstlöscher für den Hausgebrauch – vergorener...

© Wenzel

Stanz bei Landeck –Es ist ein Getränk mit viel Tradition in der bäuerlichen Bevölkerung, ein Durstlöscher für den Hausgebrauch – vergorener Apfelsaft, auch Most genannt. Sein Ruf war und ist nicht immer der beste. Die Hochburgen der Produzenten sollen im Mostviertel und im Süden Österreichs liegen.

„Warum muss der Most so schlecht sein?“, fragte sich der Stanzer Nachwuchsbrenner Simon Nothdurfter vor etwa fünf Jahren scherzhaft.

Dann begann er zu experimentieren: „Ich will wissen, ob man das nicht besser machen kann.“ Ziel seiner Übungen war ein erfrischendes, zischendes Getränk, hell wie Weißwein. Dazu konnte er nicht nur seine Brennerei-Anlagen nutzen, auch sein Know-how und exakte Arbeitsweise waren von Vorteil.

Am Ende des Tages reichte Nothdurfter sein Produkt „Apfel Cuvée trocken“ beim bedeutendsten internationalen Wettbewerb ein – bei den „21. Mostbarkeiten“ in St. Paul im Kärntner Lavanttal. 1800 Proben aus Slowenien, Österreich, Deutschland und Italien (Alpe-Adria-Raum) sind dort kürzlich eingereicht worden. „Tiroler wurden bisher etwas belächelt“, erzählte der Stanzer. Doch diesmal kamen Gratulanten scharenweise auf ihn zu, als er eine Goldmedaille bei der Fachmesse für bäuerliche Obstverarbeiter gewonnen hatte. „Als erster Tiroler in den Most-Hochburgen die besten Noten zu bekommen ist für mich ein Super-Erfolg“, sagte er bei seiner Rückkehr.

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Die Feinjustierung bei der Produktion habe sich gelohnt. „Es gibt viele Kriterien, nach denen die Jury Punkte vergibt“, weiß der Mann, der mit dem Erfolg einen Grundstein zum Aufbau des „Tiroler Mostviertels“ in Stanz gelegt hat. „Der Kohlensäuregehalt zählt ebenso wie die Farbe und die Spritzigkeit.“ Zuletzt hat Nothdurfter übrigens bei der Destillata 2015 drei Goldene errungen – für seinen Vogelbeerbrand, Spänling und Williams. (hwe)


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