Kolumbien will Koka-Plantagen nicht mehr mit Glyphosat zerstören

Bogota (APA/AFP) - Kolumbien will bei der Zerstörung von Koka-Plantagen künftig nicht mehr das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphos...

Bogota (APA/AFP) - Kolumbien will bei der Zerstörung von Koka-Plantagen künftig nicht mehr das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einsetzen. Präsident Juan Manuel Santos sagte am Wochenende, er werde den Nationalen Drogenrat auffordern, den Einsatz des auch als Roundup bekannten Herbizids aus der Luft zu beenden.

Das Gesundheitsministerium habe mehrere Studien und Empfehlungen geprüft und ein „Risiko“ durch den Glyphosat-Einsatz festgestellt, erläuterte Santos. Glyphosat ist ein weltweit verbreitetes Mittel, das schon länger wegen seiner Risiken umstritten ist. Im März hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO es als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

In Kolumbien werden seit 1994 Koka-Felder aus der Luft mit Pflanzengift besprüht - mit finanzieller Unterstützung durch die USA. Koka ist der Rohstoff für die Herstellung von Kokain. Kolumbien ist neben Peru der größte Kokain-Produzent der Welt. Santos betonte, der Kampf gegen den Drogenhandel werde trotz des Verzichts auf Glyphosat fortgesetzt. Die Drogenbehörde soll nun bis Oktober herausfinden, wie sie ohne das Pflanzengift gegen illegale Koka-Felder vorgehen kann.

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