Kirchler steht für den Tiroler Weg

Erst Kitzbühel, dann Kematen und zuletzt Wörgl: Tirols Fußball-Koordinator Roland Kirchler erklärte im Zuge seiner Bezirkstour auf heimischen Plätzen, welche Fragen den Interessierten unter den Nägeln brennen.

© Thomas Boehm / TT

Von Adrian Stöckl

Innsbruck –„Was kann ich mit meinem Fußball spielende­n Kind tun? Wie kann ich es fördern?“ Bei seiner Bezirkstour durch Tirol wurden Fußball-Koordinator Roland Kirchler eben diese Fragen am häufigsten gestellt.

„Mittlerweile kann man sein Kind auch privat bei der Vorstufe des Landesausbildungszentrums (LAZ) melden. Es muss nur in einem Verein spielen, der muss das Kind melden“, erklärt Kirchler. Den Vorwurf, in den einzelnen Ausbildungsstätten sei „Freunderlwirtschaft“ an der Tagesordnung, lässt Kirchler nicht gelten. „Die Arbeit ist mittlerweile komplett wertfrei. Das Kind wird auch über längere Zeit gesichtet. Uns geht kein Talent durch die Finger.“

Das sei aber noch lange nicht alles. Man müsse die Talente über die Stationen Akademie, Wattens und Wacke­r (idealerweise in unterschiedlich hohen Ligen) heranführen. „Der Tiroler Weg muss weiter forciert werden“, war die Antwort des 44-Jährigen auf die Frage, was für einen Weg ein talentiertes Kind gehe­n könne.

Der so genannte „Tiroler Weg“, also die Förderung heimischer Talente, könne auch schon mit Erfolgsmeldungen aufwarten. Dazu zählen Beispiele wie Alexander Gründler oder Simon Pirkl. „Viele, die schon in jungen Jahren aus Tirol weggehen, schaffen es nicht – weil sie zu früh gehen.“ In dem Zusammenhang nennt Kirchler Werder-Bremen-Jugendspieler Michael Lercher, dem keine Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt wurde und der nun wieder auf Tiroler Boden anfragte.

Als Anreiz für kommende Talente will das Präsidium des Tiroler Fußballverbands morgen in einer Sitzung mit den Vereinen eine Änderung herbeiführen. „Wir wollen, dass die Kinder und Jugendlichen in der U14 bereits aus dem Spielbetrieb genommen werden und nur noch in der Auswahl tätig sind.“ Die Jungs hätten derzeit oft drei verschiedene Trainer (Tiroler Auswahl, LAZ-Vorstufe, Verein) und könnten bei dem Aufwand gar nicht mehr Kind sein. Eine Begabtenförderung also, die in Schulklassen bereits existiert. „Wir wollen die Besten schon früh heraus­filtern und fördern.“

Dafür müsse aber auch die Infrastruktur weiter verbessert werden. „In allen Bereichen“, weiß Wacker-Legende Kirchler. Um darauf zu achten und das zu koordinieren, ist Kirchlers Job vom Präsidenten des Tiroler Fußballverbandes Josef Geisler in Kooperation mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol geschaffen worden. „Die Stimmung unter den Vereinen wird immer besser. Man merkt zum ersten Mal den Willen zum Zusammenrücken. Außerdem hat mit dem Generationenwechsel auf Funktionärseben­e ein Umdenken eingesetzt.“ Gelegen­heiten zum Reden gibt es anderweitig: Die Bezirkstour mit Roland Kirchler macht noch in Imst (22. Mai) und in Reutte (12. Juni) Halt.

Eine besondere Möglichkeit eröffnet sich jungen Kickern (Jahrgänge 2003, 2004, 2005) am zweiten Tag des TT-Miniknaben-Turniers (28. Jun­i). Roland Kirchler und ehemalige Weggefährten wollen im Rahmen des 1. Tirole­r Talente­tags 60 Kindern aus ganz Tirol auf die Füße schaue­n. Demnächst besteht auf der Homepage des Tiroler Fußballverbands die Möglichkeit der Anmeldung.


Kommentieren


Schlagworte