Deutsche Bundeskanzlerin zu Besuch in Moskau eingetroffen

Moskau (APA/AFP/dpa) - Einen Tag nach den offiziellen Feiern zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland ist die deutsche Bundeskanzlerin...

Moskau (APA/AFP/dpa) - Einen Tag nach den offiziellen Feiern zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland ist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Besuch in Moskau eingetroffen. Sie sei angekommen, sagte ein russischer Regierungsvertreter am Sonntagnachmittag. Merkel will mit Präsident Wladimir Putin am Grab des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederlegen, um die sowjetischen Kriegstoten zu ehren.

Sie war ebenso wie viele andere westliche Staats- und Regierungschefs dem Weltkriegsgedenken am Samstag wegen der russischen Haltung im Ukraine-Konflikt ferngeblieben. Nach der Kranzniederlegung wollen sich Merkel und Putin zu politischen Gesprächen treffen. Es ist Merkels erster Besuch in Russland seit einem Gipfel zur Ukraine-Krise im Februar, bei dem Merkel und der französische Präsident Francois Hollande mit Putin über eine Waffenruhe im umkämpften Osten der Ukraine sprachen. Putin zeigte sich am Samstagabend unbeeindruckt von dem westlichen Boykott der Feiern. „Alle, die wir sehen wollten, waren hier“, sagte der Präsident im Fernsehen.

Im Gespräch mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman, der als einer der wenigen europäischen Staatsführer nach Moskau reiste, zeigte sich Putin aber auch bereit zur Entspannung mit dem Westen. „Es waren nicht wir, die die Abkühlung der Beziehungen zu Europa einleiteten, doch hoffe ich, dass dank Politikern wie Ihnen wir sie nicht nur vollständig wiederbeleben können, sondern wir auch vorwärts schreiten können“, sagte Putin zu Zeman.

Seit dem 9. Mai 1967 dient das Grabmal des Unbekannten Soldaten am Kreml als zentraler Gedenkort für die sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. „Dein Name ist unbekannt, deine Heldentat ist unsterblich“, steht eingemeißelt an der Anlage im Alexandergarten. In einem fünfzackigen Bronzestern in der Mitte brennt ein ewiges Feuer, das erstmals vom damaligen Kremlchef Leonid Breschnew angezündet wurde. Seit 1997 steht hier eine Ehrenwache.

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Teil der Anlage sind 13 Blöcke aus Porphyrgranit, in die die Namen von „Heldenstädten“ eingraviert sind, zum Beispiel Stalingrad (heute Wolgograd) oder Leningrad (heute St. Petersburg). Dort zahlten die Menschen im Zweiten Weltkrieg einen besonders hohen Blutzoll.

Die Bezeichnung der Gedenkstätte geht auf einen Rotarmisten zurück, dessen Leiche auf einem Schlachtfeld vor Moskau geborgen worden war. Trotz intensiver Suche konnte seine Identität nicht geklärt werden. Er wurde 1966 feierlich im Alexandergarten beigesetzt. Staatsgäste des Kreml legen an der Gedenkstätte oft Kränze nieder. Zahlreiche frisch verheiratete Paare kommen mit Blumensträußen hierher, um sich fotografieren zu lassen.


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