Gedenkmarsch für getötete Bergarbeiter im westtürkischen Soma

Istanbul (APA/dpa) - Rund ein Jahr nach dem schwersten Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei haben im westtürkischen Soma Tausende M...

Istanbul (APA/dpa) - Rund ein Jahr nach dem schwersten Bergwerksunglück in der Geschichte der Türkei haben im westtürkischen Soma Tausende Menschen der 301 getöteten Kumpel gedacht. Die Demonstranten versammelten sich am Sonntag auf dem zentralen Regierungsplatz, wie ein lokaler Journalist berichtete.

Sie trugen unter anderem ein Plakat mit den Namen der getöteten Bergarbeiter. Der Gedenkmarsch war von Nichtregierungsorganisationen wie dem „Verein der sozialen Rechte“ geplant worden.

301 Kumpel waren am 13. Mai 2014 in Soma bei einem Unfall im Bergwerk Eynez ums Leben gekommen. Bis heute ist die genaue Ursache der Katastrophe unklar. Ermittler gehen davon aus, dass ein Defekt in der Elektrik zunächst eine Explosion und dann einen Brand im Stollen ausgelöst hatte.

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch hatten nach dem Unglück scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen in türkischen Gruben geübt. Seit April müssen sich im westtürkischen Akhisar 45 Angeklagte vor Gericht für den Unfall verantworten, darunter der Vorstandsvorsitzende der Betreiberfirma. Die Anwältin Buket Olcay, die einige Opferfamilien vertritt, kritisierte, die Regierung habe den Chefanklägern die Erlaubnis verweigert, Verfahren gegen staatliche Mitarbeiter zu eröffnen. Damit werde die Aufklärung des Unfalls massiv behindert.

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