Trotz Verlusten knappe Mehrheit für Rot-Grün in Bremen

Bremen (APA/AFP) - Aus der Landtagswahl im norddeutschen Bundesland Bremen am Sonntag ist die SPD nach den Prognosen für ARD und ZDF trotz d...

Bremen (APA/AFP) - Aus der Landtagswahl im norddeutschen Bundesland Bremen am Sonntag ist die SPD nach den Prognosen für ARD und ZDF trotz deutlicher Verluste erneut als stärkste Kraft hervorgegangen. Allerdings dürfte es nur noch eine knappe Mehrheit für eine Fortsetzung der rot-grünen Regierung des Stadtstaats geben. Der FDP gelang der Wiedereinzug in den Landtag, der voraussichtlich auch die AfD angehören wird.

Die SPD musste fast sechs Prozentpunkte abgeben. „Es ist ein bitterer Wahlabend“, räumte ihr Spitzenkandidat, Bürgermeister Jens Böhrnsen, ein. Gleichwohl habe die SPD einen klaren Regierungsauftrag erhalten. Darüber äußerte sich auch die Generalsekretärin der Bundes-SPD, Yasmin Fahimi, „zufrieden“.

Auch der Koalitionspartner Grüne verlor etwa sieben Prozentpunkte auf nun etwa 15 Prozent. Grünen-Politiker verwiesen allerdings darauf, dass es bei der Wahl vor vier Jahren kurz nach der Atomkatastrophe von Fukushima einen Sondereffekt gegeben habe. Von einer „Abstrafung“ könne daher keine Rede sein, sagte Spitzenkandidatin Karoline Linnert.

Die CDU erreichte 22 bis 23 Prozent und konnte sich damit um etwa zwei Prozentpunkte verbessern. „Wir haben gewonnen“, sagte Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann. Sie begründete dies mit den massiven Verlusten für Rot-Grün. Von einer „herben Schlappe“ für SPD und Grüne sprach der Generalsekretär der Bundes-CDU, Michael Grosse-Brömer.

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Begeistert von ihrem Erfolg zeigte sich die parteilose FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner. „Das Ergebnis ist der Wahnsinn“, sagte sie kurz nach Schließung der Wahllokale zum Wiedereinzug der FDP in die Bürgerschaft mit etwa 6,5 Prozent.

Sehr zufrieden zeigte sich Linken-Spitzenkandidatin Kristina Vogt, deren Partei sich um mehr als vier Punkte auf knapp zehn Prozent verbessern konnte. „In Bremen ist angekommen, dass wir eine konstruktive Oppositionspolitik von links gemacht haben.“ Von einem grandiosen Erfolg sprach Bundes-Parteichef Bernd Riexinger.

Die AfD lag in den Prognosen mit 5,0 bis 5,2 Prozent und musste am Wahlabend um den Einzug ins Parlament zittern. Die Wahlbeteiligung sackte den Prognosen zufolge auf unter 50 Prozent ab.

In der neuen Bürgerschaft verfügt die SPD den Prognosen zufolge über 28 bis 30 Sitze, die CDU kommt auf 20 bis 21 Mandate. Die Grünen sind mit 13 bis 14 Abgeordneten vertreten, die Linke erhält acht bis neun Sitze, die FDP sechs und die AfD im Fall ihres Einzugs in die Bürgerschaft vier bis fünf. Die rechtspopulistische Vereinigung „Bürger in Wut“, die in Bremerhaven mehr als fünf Prozent erreichte, zieht mit einem Abgeordneten in das Landesparlament ein.

Bei der Bürgerschaftswahl 2011 hatte die SPD 38,6 Prozent erhalten, die CDU 20,4 Prozent. Die Grünen erzielten damals ein Rekordergebnis von 22,5 Prozent, die Linke 5,6 Prozent und die FDP 2,4 Prozent.


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