Unwetter in Tirol

Hunderte Helfer im Dauereinsatz: Freiwillig, schmutzig, Helden

Die fleißigen Helfer gingen an ihre körperlichen Grenzen.
© Wenzel

Feuerwehrmänner aus allen Bezirken, Polizisten aus Oberösterreich, demnächst Flüchtlinge aus Tiroler Asylheimen: Hunderte Helfer stehen den Unwetteropfern zur Seite.

Von Marco Witting

und Helmut Wenzel

See, Sellrain –Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt. Menschen, die die Bewohner noch nie zuvor gesehen haben, wuseln plötzlich durch das Haus, schaufeln, schleppen, putzen. Die Menschen in See und Sellrain sind „überwältigt“ von der Hilfe, die vor allem auch durch viele Freiwillige kommt. Und das aus allen nur erdenklichen Richtungen.

„Man hilft und fragt nicht lange, was hier zu tun ist. Man sieht es ja. Je mehr Hände sich beim Freischaufeln der Keller und Wohnräume nützlich machen, umso schneller geht es.“ Konrad Müller aus Höfen kam mit der Feuerwehr ins Paznaun. Dass die 150 Männer und zehn Frauen aus dem Außerfern von ihren Dienstgebern frei bekommen haben, war laut dem Bezirksfeuerwehrinspektor nirgends ein Problem. „Wir sind eine Truppe mit völlig unterschiedlichen Berufen. Einige Dienstgeber haben diesen ehrenamtlichen Einsatz sogar mit Materialspenden unterstützt“, sagt Müller. Auch der Landesfeuerwehrkommandant ist „überwältigt“ von der Bereitschaft der Freiwilligen. „Man muss sie sogar ein wenig einbremsen, damit wir auch strategisch geplant vorgehen können.“ Einen Tag seien die Katastrophenzüge der einzelnen Bezirke stets vor Ort. „Da müssen die Helfer voll anpacken, sind schmutzig, am Ende ihrer Kräfte. Da ist es dann auch gut, wenn sie wieder nach Hause können.“ Die Betroffenheit bei den Feuerwehrfrauen und -männern sei jedenfalls groß. Viele würden sich extra Urlaub nehmen – um zu helfen.

Auch Sascha Thaler, der schon mehrfach Aktionen für Flüchtlinge organisierte, wollte helfen. Am Dienstag mit der Schaufel im Sellrain. Doch das reichte ihm nicht. Und so telefonierte er ein wenig herum. Rund 24 Stunden später war die Aktion „Asylwerber zeigen Solidarität“ geboren. Flüchtlinge aus mehreren Asylwerberheimen werden deshalb ab nächster Woche vor Ort helfen. „Die Hilfsbereitschaft ist enorm“, sagt er.

Ähnliches stellte man über die Tiroler Sozialen Dienste auf, wo sich spontan 50 Flüchtlinge zur freiwilligen Hilfe anmeldeten. Für LH Günther Platter und Soziallandesrätin Christine Baur ein Zeichen der „gelebten Solidarität“. Für den Einsatz der Flüchtlinge sind „alle organisatorischen Voraussetzungen getroffen worden, sodass es nur noch das ‚O. K.‘ der Einsatzleiter vor Ort bedarf, um die Freiwilligen schicken zu können“, sagte Baur.

Polizisten aus Oberösterreich im Hilfseinsatz.
© Wenzel

Zwar nicht im Blaumann, dafür in der blauen Polizeiuniform warfen sich gestern auch 135 Beamte aus Ober- österreich in den Hilfseinsatz. Statt eines freien Tages meldeten sich die Polizisten, die anlässlich des Bilderberger-Treffens in Tirol sind, zum Aufräumen. Mit Pickeln, Schaufeln, Arbeitshandschuhen aus der Pontlatzkaserne „bewaffnet“ ging es im Konvoi nach See. „Es war keine Dienstanweisung und auch kein Auftrag der Frau Innenministerin“, stellte der Chef der oberösterreichischen Lentos-Gruppe, Johannes Prager, fest. Dass ihre Dienstkleidung verschmutzt wird, sei kein Problem. „Wir wohnen in der Leutasch, dort gibt es auch Waschmaschinen.“ Abends ab 19 Uhr stand der nächste Diensteinsatz auf dem Programm: Die Truppe brach zur Observierung des Interalpen-Hotels wegen des Bilderberger-Treffens auf.

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SPENDENKONTO des Landes, Kennwort „Land Tirol - Unwetterkatastrophe“ (Hypo Tirol Bank): IBAN: AT18 5700 0000 0020 0000 BIC: HYPTAT22

SPENDENKONTO Caritas Tirol, Kennwort „Unwetter Katastrophe Tirol“ (Raiffeisen Landesbank Tirol): IBAN: AT52 3600 0006 0067 0950 BIC: RZTIAT22

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