Standort Tirol

Rafter fürchten um die Attraktivität der Schlucht

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Das geplante Kraftwerk Imst-Haiming bleibt ein Dorn im Auge der Touristiker. Am Mittwoch gibt es dazu ein TT-Forum in Roppen.

Von Alexander Paschinger

Roppen –Seit dem 1. Juni sehen die Rafting-Unternehmen des Bezirks ein Damoklesschwert über sich: Denn mit der Einreichung und eventuellen Genehmigung des Kraftwerkes Imst-Haiming wird es weniger Wasser in der Imster Schlucht geben. Und sollte die Tiwag auch noch das Wasser aus dem hintersten Ötztal in Richtung Kaunertal ableiten, dann würde auch die Ötztaler Ache ihre für den Outdoor-Sport so wichtige Anziehungskraft verlieren.

Die mehr als 20 Rafting-Unternehmen machen deshalb unter Obmann Marcel Pachler Druck bei den Verhandlungen. Schon im Vorjahr rechneten sie 110.000 beförderte Personen im Oberländer Raftingbetrieb vor, dazu kommen mehr als 600 direkte Arbeitsplätze und eine insgesamte regionale Wertschöpfung von mehr als 38,5 Millionen Euro.

„Der ganze Sommertourismus in unserer Region wäre ohne das Rafting gefährdet“, erklärt Roppens Bürgermeister Ingo Mayr, der schon vor vier Jahren bei der ersten Vorstellung des Projektes in Innsbruck diese Situation angesprochen hatte. Roppen profitiere sowohl im Dorfzentrum als auch mit der Area 47 von diesem Trend.

„Die Imster Schlucht ist unsere Hauptattraktion im Outdoor-Bereich“, erklärt auch der Geschäftsführer der Area 47, Mike Reden-Neuner. An Samstagen gebe es fünf Starts in Imst „mit jeweils 50 bis 80 Personen“. Es sei der Wasserstand, der die Schlucht „interessant und spektakulär macht“. Wobei diese der Einstieg für Anfänger ist, „die Ötztaler Ache ist dann die Steigerung“, fürchtet er eine weitere Ausdehnung der Kraftwerkspläne.

Wolfgang Stroppa von der Tiwag verweist auf „gute Gespräche“. Man habe im Jänner Vorschläge auf den Tisch gelegt, „die für Rafting und Kraftwerk vereinbar sind“. Man würde untertags und während der Saison genügend Wasser durch die Schlucht leiten, damit weder die Existenz der Rafter noch des Kraftwerks bedroht sei. Nun warte man auf Antworten der Rafter.

Diskutiert wird aber auch schon am kommenden Mittwoch dazu: Beim TT-Forum im Roppener Kultursaal begegnen sich am Podium BM Ingo Mayr, Tiwag-Vorstand Johann Herdina, der Obmann des Tiroler Raftingverbandes Marcel Pachler und Christoph Walder vom WWF unter der Moderation von TT-Chefredakteur Alois Vahrner. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Für Sie im Bezirk Imst unterwegs:

Alexander Paschinger

Alexander Paschinger

+4350403 3014

Thomas Parth

Thomas Parth

+4350403 2035