Börse Frankfurt im Eröffnungshandel deutlich im Minus

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Das griechische Schuldendrama hat den deutschen Aktienmarkt weiter fest im Griff. Der DAX weitete seine jü...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Das griechische Schuldendrama hat den deutschen Aktienmarkt weiter fest im Griff. Der DAX weitete seine jüngsten Verluste im frühen Montagshandel aus und fiel um 0,95 Prozent auf 11.090,08 Punkte. Bereits in der Vorwoche hatte sich das Börsenbarometer mit einer Handelsspanne von rund 600 Punkten sehr nervös gezeigt und seine zwischenzeitlich deutlichen Gewinne zum Wochenschluss komplett eingebüßt.

Der Index der mittelgroßen Werte MDAX büßte am Montag 1,36 Prozent auf 19.737,14 Punkte ein und der TecDAX gab um 1,31 Prozent auf 1.634,48 Punkte nach.

Über das Wochenende spitzte sich die Lage im Schuldenstreit mit Griechenland nochmals zu. Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker scheiterte. Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis dringt auf einen Schuldenerlass. Die weiteren Verhandlungen müssen jetzt in der Eurogruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist am Donnerstag geplant.

Die Zeit für eine Einigung wird eng: Am 30. Juni läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht dem Land der Staatsbankrott. Ende Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Die griechische Regierung bleibe in ihrem Parallel-Universum und komme womöglich erst wieder auf dem Planeten Erde an, wenn ein Zahlungsrückstand beim IWF nicht mehr zu vermeiden sei, schrieb der Chefvolkswirt der Bank Unicredit Erik Nielsen in einem Wochenendkommentar.

Im MDAX richteten sich die Blicke auf den Handelsriesen Metro, dessen Aktien um 3,35 Prozent nachgaben. Metro verkauft seine Warenhauskette Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson‘s Bay. Einige Anleger hätten offenbar auf einen höheren Preis gehofft, sagte ein Händler. Zudem dämpfe ein Pressebericht Hoffnungen auf eine Sonderausschüttung.

Die Aktien der Deutschen Annington knickten als Schlusslicht im MDAX um 5,47 Prozent ein. Die Immobiliengesellschaft baut ihre Position als Marktführer mit dem Kauf der Süddeutschen Wohnen (Südewo) von Patrizia Immobilien zwar aus, finanziert die Milliardenübernahme aber mit einer Kapitalerhöhung. Patrizia-Aktien stiegen um 0,39 Prozent. Die Gesellschaft erhöhte nach dem Verkauf ihre Planungsziele für 2015 und 2016.

Zudem lieferten Analystenkommentare Impulse: Einziger Gewinner im DAX waren die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess. Sie verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 0,60 Prozent. Die Papiere des Konsumgüterkonzerns Henkel hielten sich mit einem Minus von 0,19 Prozent vergleichsweise gut. Sie wurden Händlern zufolge von einer Kaufempfehlung des Bankhaus Lampe gestützt. Zu Spekulationen um eine milliardenschwere Übernahme des Haarpflege-Spezialisten Wella äußert sich der Konzern weiter nicht.

Im Index der mittelgroßen Werte knickten die Anteilsscheine von Aurubis um 3,11 Prozent ein. Hier trübte laut Börsianern eine verhaltene Studie von Merrill Lynch die Stimmung der Anleger.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA131 2015-06-15/10:26


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