„Krisen und Skandale stärkten Regionalität“

Die Agrarmarketing Tirol wird heuer 20 Jahre alt und sieht viel Rückenwind für regionale Initiativen.

Agrarmarketing-Chef Wendelin Juen sieht Wachstumspotenzial.Foto: DieFotografen

Innsbruck –Gerade auch wegen des EU-Beitritts Österreichs mit 1. Jänner 1995 wurde die Agrarmarketing Tirol vom damaligen LH Wendelin Weingartner aus der Taufe gehoben. Ziel war es, angesichts der neuen Konkurrenz unter dem Motto „Feinkostladen Tirol“ Ansehen und Wettbewerbsfähigkeit der sehr klein­strukturierten Tiroler Landwirtschaft zu stärken. Nach einem überaus holprigen Start kam die Agrarmarketing (Vereinsmitglieder sind das Land Tirol, die Tirol Werbung, die Landwirtschafts- und die Wirtschaftskammer) schließlich doch langsam in die Gänge, sagt der heutige Geschäftsführer Wendelin Juen.

Auch wenn diverse internationale Lebensmittelskandale und die 2008 mit der Lehman-Pleite ausgelöste Finanz- und Wirtschaftskrise auch Tirol nicht ungeschoren lassen hätten, sei seither das Bewusstsein für Regionalität, für ehrliche und naturbewusste Lebensmittelproduktion und für regionale Wirtschaftskreisläufe massiv gestiegen, betont Juen.

Heute verfüge die Agrarmarketing über ein Netzwerk mit mehr als 2000 Partnern aus Landwirtschaft, Handel, Industrie und Tourismus. Das Jahresbudget von knapp 2 Millionen Euro kommt mit 1,8 Millionen Euro großteils vom Land und mit etwa 150.000 Euro aber auch von den Partnern.

Die Angebotspalette mit dem Qualität-Tirol-Ranzen der Agrarmarketing werde immer größer, sagt Juen. Derzeit würden bereits mehr als 200 verschiedene Produkte angeboten. Sehr erfolgreich seien etwa Qualitätsfleisch, verschiedene Milchprodukte (neben der Tirol Milch Kooperationen mit 21 Kleinsennereien), seit 2002 die Kooperation Bioalpin für Bioprodukte, über Obst, Honig, Eier, Schnaps bis hin zu Blumen. Dass neben dem Handel immer mehr Gastronomen und Haubenköche zu Tiroler Qualitätsprodukten greifen, ist laut Juen sehr erfreulich. An der Preisfront sei es ein ständiges Ringen, trotzdem sei gerade mit Tiroler Partnern ein gewisser „Regionalitäts-Aufschlag“ möglich. (va)

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