Gemeinden sollen Bau des Tierheims Lienz mitstemmen

Das Land hat 236.000 Euro budgetiert. Nun ist klar: Das Projekt wird mehr als das Doppelte kosten. Die Gemeinden sollen mit ins Boot geholt werden.

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Von Claudia Funder

Lienz –Seit Jahren bemüht sich der Osttiroler Tierschutzverein um eine adäquate Bleib­e für entlaufene, streunende und ausgesetzte Tiere. Lange Zeit fanden die Vierbeiner ausschließlich privat bei Mitgliedern Unterschlupf. Ein erstes Aufatmen gab es im Oktober 2013. Zwei Container wurden als Überganglösung auf dem von der Stadt Lienz als Bittleihgabe kostenlos zur Verfügung gestellten Grund in der Pfister platziert.

Für die ganz große Erleichterung ist die Errichtung eines Tierheimes vorgesehen. Das Projekt war ausgeschrieben worden, inklusive definierter Vorgaben des Landes. Alle großen Holzbauunternehmen des Bezirks waren eingeladen worden, den Bau zu planen. Die Entscheidung der Jur­y fiel auf die Planung eines Teams von Lusser Holzbau in Heinfels, die in Abstimmung mit Gerhard Wastian, Abteilung Hochbau, erfolgt war. Es handelt sich um einen formschönen wie funktionellen Holzbau mit hoher Energieeffizienz, der getrennte Trakt­e für Hunde sowie für Katzen und Kleintiere vorsieht.

An der Finanzierung hakt es allerdings noch. „Das Land hat als Beitrag 236.000 Euro fix budgetiert“, gibt Stephan Prantauer, der das Projekt vom Land aus mitbetreut, auf Nachfrage der TT bekannt. Laut aktueller Kostenschätzung reicht das aber bei Weitem nicht für die Realisierung. Die Kosten bewegen sich bei knapp 600.000 Euro, verrät Prantauer.

Das Land allein werde das nicht stemmen können, deshalb versuche man, für die noch teiloffene Finanzierung auch die Osttiroler Gemeinden mit ins Boot zu holen.

Angedacht sei, das Projekt am 9. Juli im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz in Lienz vorzustellen und die Sympathien der Gemeinden zu gewinnen. Auch eine „abgespeckte“ Variante des Projektes sei im Bereich des Möglichen. Bezüglich der laufenden Betriebskosten wurde mit dem Gemeinde­verband ausgemacht, dass 20 Cent pro Einwohner zur Verfügung gestellt werden, erklärt Prantauer.

Weder Bezirkshauptfrau Olga Reisner – sie weilt derzeit auf Urlaub – noch Christine Zangerl vom Osttiroler Tierschutzverein waren für eine Stellungnahme erreichbar.

Wann ist nun mit dem Startschuss zum langersehnten Bau des Quartiers für Tiere zu rechnen? „Wenn alles funktioniert, könnte noch heuer mit dem Bau begonnen werden. Das Objekt soll spätestens nächstes Jahr bezugsfertig sein“, erklärt Prantauer.


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