Wiener Islamistenprozess 2 - „Auch das Hinfahren kann reichen“

Wien (APA) - Wie der vorsitzende Richter Andreas Hautz in seiner ausführlichen Urteilsbegründung darlegte, hatte der Schöffensenat keinen Zw...

Wien (APA) - Wie der vorsitzende Richter Andreas Hautz in seiner ausführlichen Urteilsbegründung darlegte, hatte der Schöffensenat keinen Zweifel, dass sich sämtliche zehn Angeklagte wenn schon nicht am bewaffneten Kampf, so zumindest an Unterstützungshandlungen zugunsten des „Islamischen Staats“ (IS) beteiligen wollten. Damit sei der Tatbestand der kriminellen Vereinigung erfüllt.

„Auch das Hinfahren und Unterstützen der terroristischen Vereinigung kann reichen“, stellte Hautz fest. Die Angeklagten hätten den IS „wissentlich in der Gruppenmoral und in der Bereitschaft bestärkt, weitere terroristische Straftaten zu begehen“. Der Vorsitzende bescheinigte dem 34-jährigen Chauffeur, den acht Tschetschenen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren sowie der 19-jährigen Frau, die mit einem von ihnen nach islamischem Recht verheiratet ist, sie hätten „geradezu die Absicht“ gehabt, „terroristische Ziele zu fördern“. Die Behauptung von vier Angeklagten, sie hätten nicht Syrien als Reiseziel im Auge gehabt, sondern Urlaub in Bulgarien, Italien oder Griechenland machen wollen, nannte Hautz „komplett unschlüssig“.


Kommentieren