Verkehrsunfälle durch Übermüdung: Asfinag startet Infokampagne

Wien (APA) - Jeder zweite tödliche Unfall, der sich heuer auf heimischen Autobahnen und Schnellstraßen ereignete, ist laut Asfinag auf Unach...

Wien (APA) - Jeder zweite tödliche Unfall, der sich heuer auf heimischen Autobahnen und Schnellstraßen ereignete, ist laut Asfinag auf Unachtsamkeit und/oder Übermüdung zurückzuführen. Zehn Menschen sind den Angaben zufolge dabei ums Leben gekommen. Aus einer Umfrage geht hervor, dass heimische Autofahrer zu wenige Pausen einlegen. Die Asfinag startet nun eine Info-Kampagne mit Plakaten und Inseraten.

Mehr als 500 Autofahrer wurden im Mai im Autobahngesellschaft über ihre Fahr- und Rastgewohnheiten vom Ifes-Institut befragt. Die Ergebnisse wurden am Dienstag von der Asfinag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert. Jeder Dritte fährt mehr als 400 Kilometer ohne eine Pause. Besonders unter 30-Jährige vermeiden Fahrtunterbrechungen. Angehalten wird meist nur auf Wunsch der Beifahrer. 50 Prozent der Befragten gaben außerdem an, selbst dann weiter zu fahren, wenn die Müdigkeit bereits eingesetzt hat. „Autofahren ist kein Ausdauersport“, sagte Asfinag-Vorstand Alois Schedl.

Der ÖTC nannte in einer Aussendung acht Menschen, die in diesem Jahr bei Unfällen getötet wurden, bei denen Müdigkeit als Ursache gilt. Der Autofahrerclub beruft sich dabei auf Zahlen des Innenministeriums. Zwar gingen „nur“ zwei Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle offiziell auf Übermüdung zurück, laut ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger dürfte Müdigkeit bei Unfällen mit Personenschaden aber weit öfter die Ursache sein. „Schätzungen liegen bei etwa 25 Prozent.“

Die Asfinag investiert nun 600.000 Euro in eine Infokampagne, durch die mehr Bewusstsein für die Thematik geschaffen werden soll. „Österreich ist so schön. Da kann man ruhig stehen bleiben und sich das anschauen“, meinte Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ). An Autobahnen und Schneestraßen gibt es derzeit 132 Rastmöglichkeiten - zehn zusätzliche kostenlose Rastplätze sollen noch errichtet werden. Thomas Wollner, Geschäftsführer der Rosenberger Gruppe: „Wir müssen wieder leistbarer werden und die Dienstleistung in den Vordergrund stellen. Wir müssen die Leute wieder zu uns bringen.“

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Für Manfred Walzl, Leiter der Schlafmedizin im Grazer Landeskrankenhaus, geht es vor allem um die Aufklärung, wie er betonte. Wenig Schlaf sei nicht nur beim Autofahren gefährlich, sondern führe generell zu gesundheitlichen Beschwerden. Besonders beim Autofahren seien die Folgen von Übermüdung aber fatal. So komme eine Nacht, in der man wenig und unruhig schlafe, dem Fahren mit einem Promille Alkohol im Blut gleich.


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