Vils wehrt sich gegen Stauflüchtlinge

Die von der Landesregierung vorgestellten zwei Pilotversuche an der Fernpassstrecke sind zwar für die betroffenen Bürgermeister nicht das Gelbe vom Ei, aber sie wollen Versuchsphase und Erkenntnis abwarten.

Ampel in Reutte und Tempobremse im Lermooser Tunnel sollen den Stau am Fernpass mildern.
© Tschol

Von Alexander Paschinger

Reutte – „Vorsichtig interessiert“ bis „optimistisch“ gibt man sich entlang der Fernpassstrecke, was die ersten beiden Maßnahmen der Landesregierung betrifft. Wie berichtet, sollte im Sommer ein Ampel-Dosiersystem in Reutte-Nord und eine Tempo­bremse bei Bedarf im Lermooser Tunnel gegen den Stau durch das Außerfern ausprobiert werden. Der Termin für das zweitägige Experiment samt Beobachtung der Situation auf Ausweichrouten wurde noch nicht mitgeteilt.

Skepsis hatte schon bei der Sitzung in Imst der Vilser Bürgermeister Günther Keller angemeldet. Am Mittwoch meinte er auf Anfrage der TT: „Ich habe kein Problem, wenn man es probiert – aber wir lassen uns in Vils nicht das Problem wieder anhängen.“ Man habe lange für den Grenztunnel gekämpft, da wäre es widersinnig, wenn über Pfronten Stauflüchtlinge wieder durch Vils fahren. Er sei und bleibe ein Anhänger der Tunnellösungen mit dem Fernpass und dem Tschirgant. Für ihn wird nun „zu sehr auf kleine Maßnahmen gesetzt“.

Dass es wegen der Pilotversuche durch das Tannheimer Tal zu Ausweichverkehr kommen könnte, glaubt Planungsverbandsobmann Markus Eberle, Dorfchef von Tannheim, nicht: „Die kämen nur in die gleiche Verkehrslawine in Reutte herein.“ BM Luis Oberer (Reutte) hält sich völlig zurück: „Ich war bei der Sitzung in Imst nicht dabei.“

Dagegen herrscht beim Bichlbacher Bürgermeister Klaus Zirnhöld schon mehr Optimismus, „auch wenn die Lösung bisher nur auf dem Computer so gut funktioniert“. Einen Versuch „ist es sicher wert“. Nach „Lippenbekenntnissen“ sei man noch nie so weit gewesen. „Auf Dauer werden wir aber trotzdem über die Tunnels reden müssen.“ Und Keller ergänzt: „Der Verkehr wird sicher nicht mehr weniger.“

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„Alles, was zur Verbesserung beiträgt, ist zu begrüßen und auszuprobieren“, erklärt der Außerferner Polizei-­Bezirkskommandant Egon Lorenz. Was man letztlich unter­nimmt und wie die Lösung aussehen wird, könne man daher noch nicht sagen.


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