Altes Tiroler Brauchtum mit Knalleffekt

Die Tiroler Meisterschaft im Goaßl- und Peitschenschnellen beginnt am Samstag, 20. Juni, um 9 Uhr mit dem Einmarsch der Teilnehmer zum Musik...

Alina Hausegger aus Längenfeld holte sich bei der WM in Weingarten den Titel in der Kategorie "Einzel, weiblich bis 18 Jahre".
© Hausegger

Von Matthias Reichle

Längenfeld, Wattens –„Hirten haben früher zur Verständigung von der Alm ins Tal geschnöllt – als Signal, dass sie noch leben und es ihnen gut geht“, erklärt Markus Koll den Hintergrund eines sehr alten Brauchs. Während anderenorts das Goaßl­schnöllen vor allem während der Fasnacht seinen Höhepunkt genieße, werde die Peitsche im Ötztal in der Sommerzeit geschwungen – und zwar sehr erfolgreich. Der Längenfelder Schnöllerverein brachte heuer mehrere Weltmeistertitel aus dem Allgäu mit nach Hause. Am Wochenende wird die Truppe in Wattens zu sehen sein. Dort treten rund 100 Schnöller zur Tiroler Meisterschaft an.

Worauf es beim Wettbewerb ankommt? „Auf den Takt, die Lautstärke und die Haltung, wie du schnöllst“, erklärt Koll die Kriterien, nach denen die Jury ihr Urteil fällt. „Früher war das Schnöllen in ganz Tirol verbreitet“, betont der Längenfelder. Inzwischen ist es so gut wie ausgestorben. In seiner Heimatgemeinde wurde 1988 von Idealisten ein Verein gegründet, um gegen dieses Vergessen anzukämpfen. Zu Spitzenzeiten hatte die Gruppe rund 300 Mitglieder, inzwischen sind es 180, 40 davon aktiv. Der Jüngste geht noch in die Volksschule, der Älteste ist über 60 Jahre alt.

Veranstaltet wird die Tiroler Meisterschaft heuer von den Wattener Peitschenmandern und Peitschenmadln unter Obmann Richard Dallarosa. Der Brauch des Zottelpeitschenschnöllens in der Fasnacht geht dort über Jahrzehnte zurück. Die Tradition wird an junge Muller weitergegeben. Mit dem Knall soll der Winter vertrieben werden.

Meisterschaft

Die Tiroler Meisterschaft im Goaßl- und Peitschenschnellen beginnt am Samstag, 20. Juni, um 9 Uhr mit dem Einmarsch der Teilnehmer zum Musikpavillon in Wattens. Dort finden anschließend die Wettkämpfe statt.

Erwartet werden rund 100 Teilnehmer aus Tirol und Südtirol. Neben dem Weltmeisterteam aus dem Ötztal – dem Längenfelder Schnöllerverein – treten die Axamer Kirchtagsschnöller, eine Gruppe aus Grinzens und Völs, die Wattener Peitschenmander & Madln, die Goaslschnöller aus Völs am Schlern, Marling bei Meran, Lüsen im Eisacktal und Terenten im Pustertal an.


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