Astronomen-Team nahm die ersten Sterne des Kosmos ins Visier

Garching (APA/AFP) - Bei einem tiefen Blick in die Kinderstube des Universums hat ein Forscherteam womöglich erstmals die frühesten Sterne d...

Garching (APA/AFP) - Bei einem tiefen Blick in die Kinderstube des Universums hat ein Forscherteam womöglich erstmals die frühesten Sterne des Kosmos in Visier genommen. Die Wissenschafter entdeckten mit dem Very Large Telescope (VLT) in Chile die hellste bisher beobachtete Galaxie im frühen Universum - und fanden in ihr deutliche Hinweise auf die bisher nur in der Theorie existierenden Sterne der ersten Generation.

Bisher war die Suche nach der physikalischen Existenz dieser Sterne der sogenannten Population III ergebnislos geblieben. Sie entstanden laut Europäischer Südsternwarte (ESO) aus der Ur-Materie, die vom Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren stammte. Diese massereichen und kurzlebigen Ur-Sterne müssen sich demnach aus den einzigen Elementen gebildet haben, die vor diesen Sternen existierten - nämlich Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium. Alle schwereren Elemente wurden später im Inneren von Sternen gebildet, darunter die für das Leben unentbehrlichen Elemente Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Eisen.

Auf die helle Galaxie mit der Bezeichnung CR7 stießen die Forscher bei Beobachtungen mit dem ESO-Großteleskop VLT in der chilenischen Atacama-Wüste, dem Keck-Observatorium und dem Subaru-Teleskop auf Hawaii sowie dem Weltraumteleskop „Hubble“. Mit Instrumenten am VLT fanden die Astronomen in CR7 starke Strahlung von ionisiertem Helium - aber überraschenderweise keine Anzeichen schwerer Elemente in einem hellen Teil der Galaxie. Das bedeutete, dass die Wissenschafter den ersten brauchbaren Hinweis auf Haufen von Population-III-Sternen in einer Galaxie im frühen Universum entdeckt hatten.

„Diese Entdeckung übertraf unsere anfänglichen Erwartungen, da wir nicht damit gerechnet hatten, eine solch helle Galaxie zu finden“, erklärte der Wissenschafter David Sobral. „Dann, als wir das Wesen von CR7 Stück für Stück enthüllten, verstanden wir, dass wir nicht nur die mit Abstand leuchtkräftigste entfernte Galaxie gefunden hatten, sondern begannen auch zu realisieren, dass sie jedes einzelne Merkmal besaß, das man von Sternen der Population III erwartet.“

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Diese Sterne hätten die ersten schweren Atome gebildet, „aufgrund welcher wir letztlich überhaupt existieren“, fügte Sobral hinzu. „Noch aufregender geht es wirklich nicht.“


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