Künftige Klagenfurter Fernwärmeversorgung wackelt

Klagenfurt (APA) - Die zukünftige Fernwärmeversorgung von Klagenfurt wackelt offenbar. Geplant war, die Stadt künftig unter anderem mit zwei...

Klagenfurt (APA) - Die zukünftige Fernwärmeversorgung von Klagenfurt wackelt offenbar. Geplant war, die Stadt künftig unter anderem mit zwei neuen Biomasse-Heizwerken zu wärmen. Nun weigert sich der Biomasse-Projektbetreiber laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ den Kaufvertrag für eines der betreffenden Baugrundstück zu unterschreiben. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) sieht „akuten Handlungsbedarf“.

Projektbetreiber Otto Zechmeister bestätigte am Mittwoch gegenüber der APA, dass es vorerst keine Unterschrift für den Kaufvertrag gebe. „Wir sagen nicht, dass wir das Grundstück nicht kaufen werden, wir brauchen Zeit.“ Im Auftrag der Stadtwerke wollte die Riegler/Zechmeister-Gruppe zwei Biomasse-Heizwerke mit einer Wärmeleistung von je 35 Megawatt bauen, eines im Norden und eines im Osten der Stadt. Der Papierkonzern Mondi, der die Biomasse-Projekte bekämpft, hatte den Preis bei der Bietersitzung in die Höhe getrieben. Die Gruppe Riegler/Zechmeister erhielt den Zuschlag für 1,55 Mio. Euro. Zechmeister: „Den sechsfachen Preis werden wir nur dann zahlen, wenn das Projekt gesichert ist.“

Das Werk im Norden Klagenfurts, das ein früherer Betreiber genehmigt bekommen hatte, würde in der geplanten Form nicht funktionieren, meinte Zechmeister. Der Teil mit Dampfkessel mit Dampfturbine sei in Ordnung, diesen könne man bauen und daraus 15 Megawatt Wärmeleistung erhalten. Eine geplante „Biomasseraffinerie“ werde er aber nicht umsetzen. Stattdessen würde der Projektbetreiber gerne einen irdischen Heißwasserkessel errichten, um die Leistung zu steigern. Das sei aber ohne eine Änderungsgenehmigung nicht möglich und eine solche angesichts der Gegnerschaft von Papierindustrie und Bürgerinitiativen riskant. Zechmeister: „Die Stadtwerke haben signalisiert, dass sie sehr wohl auch nur an dem Teilprojekt interessiert wären. Wenn das rechtlich in Ordnung ist, dann könnten wir das machen.“ Bei dem Werk im Osten der Stadt steht noch eine gerichtliche Entscheidung bezüglich einer Umweltverträglichkeitsprüfung aus.

Die Stadtwerke pochen jedenfalls auf einer Wärmelieferung von insgesamt 70 Megawatt. Heinz Koch gegenüber der APA: „Wir haben keine Anlage ausgeschrieben. Wir haben gesagt, er muss uns die 70 Megawatt übergeben. Wie er das aufbringt, ist nicht unser Thema.“ Der ursprüngliche Liefertermin wäre der Herbst 2015 gewesen, daraus wird bekanntlich nichts. Koch: „Wir fahren heuer halt die Notvariante“. Mit dezentralen Anlagen wird die nötige Wärme erzeugt werden, eine Dauerlösung könne dies aber nicht sein. Bei den Stadtwerken geht man davon aus, dass Riegler/Zechmeister in der Heizsaison 2016/17 liefern wird.

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Bürgermeisterin Mathiaschitz forderte in einer Aussendung Michael Junghans, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke, auf, „Ordnung zu schaffen“. Es sei seine Aufgabe, „mit Hochdruck ein Konzept für die Fernwärmeversorgung der Stadt Klagenfurt zu erarbeiten und gemeinsam mit dem STW-Vorstand umzusetzen“.

~ WEB http://www.mondigroup.com ~ APA325 2015-06-17/13:56


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