Verdacht auf Kindesmisshandlung in Klagenfurt: Prozess vertagt

Klagenfurt (APA) - Ein Prozess wegen Kindesmisshandlung ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt vertagt worden. Einem 30-jährigen Ghanae...

Klagenfurt (APA) - Ein Prozess wegen Kindesmisshandlung ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt vertagt worden. Einem 30-jährigen Ghanaer wird vorgeworfen, zwei seiner Kinder jeweils einen Oberschenkel gebrochen zu haben, ein weiteres Kind soll er beim Haareschneiden am Kopf verletzt haben. Außerdem soll er eine 25-Jährige begrapscht haben. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig.

Der erste Vorfall ereignete sich schon im Jahr 2011. Die damals fünf Monate alte Tochter des Angeklagten wurde mit einem gebrochenen Oberschenkel ins Krankenhaus gebracht. Im Juni 2013 wurde bei dem acht Monate alten Sohn des Angeklagten die gleiche Verletzung festgestellt. Er war von Geburt an beeinträchtigt, musste mit einer Magensonde ernährt werden und starb im Vorjahr an den Folgen seiner Behinderung. Ebenfalls im Jahr 2013 soll der Angeklagte seinem vierjährigen Sohn mit einer Haarschneidemaschine ohne Aufsatz die Haare geschnitten haben - der Vierjährige soll dabei Schnittverletzungen am Kopf davongetragen haben.

Der Mann bestritt alle Vorwürfe. Nach dem Haareschneiden hätte er keine Verletzung am Kopf des Buben gesehen. Seine beiden anderen Kinder hätten die Verletzungen an den Oberschenkeln erlitten, weil sie sich mit den Füßen zwischen den Stäben ihres Gitterbetts verhakt hätten. Eine als Zeugin geladene Ärztin, die im Juni 2013 den behinderten Buben behandelt hatte, bezweifelte das: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Kind von selbst so schwer verletzt, dass das einen Knochenbruch zur Folge hat.“

Staatsanwältin Heidrun Endisch sprach von einer „schroffen und aggressiven Art“, die der Angeklagte im Umgang mit seinen Kindern an den Tag gelegt hatte. Auch ein Sozialarbeiter berichtete beim Prozess von einer derartigen Begebenheit: „Der Angeklagte konnte sich nicht richtig um seine Kinder kümmern, er konnte sie nicht richtig versorgen. Einmal hat er zwei Kinder an den Oberarmen hochgehoben und über die Stiege getragen wie Sackerln.“

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Nicht schuldig bekannte sich der 30-Jährige auch zu einer Tat, die sich im Oktober 2014 abgespielt haben soll. Eine 25-jährige Frau hat damals Anzeige gegen den Mann erstattet, den sie einen Monat zuvor in einem Lokal in Klagenfurt kennengelernt hatte. Der Angeklagte soll sie in einer Wohnung bedrängt und begrapscht haben - nur mit Mühe hätte sie sich losreißen und flüchten können. Laut dem Angeklagten hatte er ihr lediglich einen Freundschaftskuss gegeben. Zuvor habe ihm die 25-Jährige Nacktfotos auf sein Handy geschickt - was diese vor Gericht erst auf Nachfrage zugab.

Wann der Prozess fortgeführt wird, war zunächst offen. In der Verhandlung sollen weitere Zeugen und Gutachter zu den Verletzungen der Kinder aussagen.


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