Sonnwendfeuer in Ehrwald wegen Regenwetter verschoben

Mehr als 350 Bergfexe entzünden über 8000 Feuer. Die Motive sind streng geheim. Allerdings findet das Spektakel dieses Jahr eine Woche später statt.

Lermoos, Ehrwald, Biberwier — Eigentlich sollten am Samstag, 20. Juni, ab 22 Uhr 8000 Lichter die Berge des Wetterstein-Massivs, der Lechtaler Alpen und der Mieminger Kette erleuchten und Tausende Besucher in ihren Bann ziehen. Doch wegen des angekündigten Schlechtwetters wurden die Bergfeuer abgesagt. Das Spektakel soll aber eine Woche später am 27. Juni nachgeholt werden.

Über 350 Bergsteiger zeichnen heuer für das einzigartige Spektakel im Alpenraum verantwortlich. Die wochenlange Vorbereitung ist aufwändig, und erfordert viel Erfahrung. Teamwork ist gefragt. Schließlich muss jedes Feuer zu seinem Bestimmungsort getragen, ausgelegt und oft mit farbigen Fähnchen zur Orientierung versehen werden. Ehrwald verwendet mit Rapsöl getränkte Sägemehl-Säckchen, Lermoos setzt auch brennbare Becher mit Rapsöl ein. Es werden nicht nur verschiedenste Motive, vornehmlich christliche oder aus der Tierwelt, gefeuert, es werden ganze Bergketten erleuchtet, was hochalpines Bergsteigen in der Nacht erfordert. Jeder Feuerplatz wird von den angestammten Teams „besetzt“ und nicht selten vererbt.

Den besten 360-Grad-Panorama­blick auf das Spektakel haben Besucher im Moos — dem Talboden zwischen den drei Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biber­wier. Da es aufgrund des großen Andrangs immer wieder zu Verkehrsbehinderungen kommt, raten die Veranstalter allen Schaulustigen, möglichst früh anzureisen.

Die Bergfeuer wurden 2010 im nationale­n Verzeichnis des immateriellen Unesco-Kulturerbes in Österreich aufgenommen. (TT, tt.com)

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