Umweltenzyklika: Papst fordert Abkehr von fossilen Energieträgern

Vatikanstadt (APA/AFP) - Papst Franziskus hat in seiner Umweltenzyklika zu einer raschen Abkehr von den fossilen Energieträgern gemahnt....

Vatikanstadt (APA/AFP) - Papst Franziskus hat in seiner Umweltenzyklika zu einer raschen Abkehr von den fossilen Energieträgern gemahnt.

Es sei „dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel, indem man die Verbrennung von fossilem Kraftstoff ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt“, schreibt das katholische Kirchenoberhaupt in seinem Lehrschreiben „Laudato sii“, das am Donnerstag vom Vatikan veröffentlicht wurde.

Der Papst spricht in seiner Enzyklika von einer „besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems“, für die in erster Linie die Menschheit verantwortlich sei. Franziskus fordert vor allem die Menschen in den Industrienationen auf, ihren Lebensstil zu ändern: „Die Menschheit ist aufgerufen, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen.“

Der Klimawandel sei „ein globales Problem“, schreibt der Papst in seiner Enzyklika. Besonders hart treffe die Entwicklung aber die Menschen in ärmeren Regionen: „Die schlimmsten Auswirkungen werden wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten auf die Entwicklungsländer zukommen. Viele Arme leben in Gebieten, die besonders von Phänomenen heimgesucht werden, die mit der Erwärmung verbunden sind.“ Die Probleme der Armen würden jedoch oft als „Kollateralschaden“ betrachtet. Auch herrsche eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber Migranten, „die vor dem Elend flüchten, das durch die Umweltzerstörung immer schlimmer wird“.

Umweltschützer erhoffen sich von der Enzyklika einen entscheidenden Impuls für die internationale Debatte. Das päpstliche Rundschreiben erscheint sechs Monate vor der UNO-Klimakonferenz in Paris, wo ein neuer globaler Klimavertrag zur Minderung des CO2-Ausstoßes vereinbart werden soll. Bisher seien entscheidende Fortschritte aufgrund der „Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen“ gescheitert, schreibt der Papst.


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