Tiroler Versicherung für Pflichtversicherung bei Naturgefahren

Innsbruck (APA) - Die Tiroler Versicherung plädiert für eine Pflichtversicherung gegen Schäden durch Naturgefahren. Diese brächte einen leis...

Innsbruck (APA) - Die Tiroler Versicherung plädiert für eine Pflichtversicherung gegen Schäden durch Naturgefahren. Diese brächte einen leistbaren Schutz für alle Betroffenen, argumentierte Vorstand Walter Schieferer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Eine derartige Versicherung könne man nicht dem freien Markt überantworten. Denn dann wäre ein Schutz etwa in Hochwasser gefährdeten Gebieten nicht leistbar.

Mit einer Pflichtversicherung, die alle Elementar- und Naturgefahren beinhalte, würden auch die Prämien „drastisch“ reduziert, meinte Schieferer. In der Schweiz gebe es ein entsprechendes Modell auf Basis der Kantone. In der Kantonsversicherung seien neben der Feuerversicherung alle wesentlichen Elementarschäden enthalten. Das Modell sei zwar aufgrund der europarechtlichen Rahmenbedingungen nicht eins zu eins auf Österreich umlegbar, in adaptierter Form aber sehr wohl, zeigte sich Schieferer überzeugt.

Bei einer nach den Unwettern im Sellrain- und Paznauntal, die in der Nacht auf den 8. Juni große Schäden angerichtete hatten, durchgeführten Online-Umfrage zu den Themen „Naturgewalten, Risikobewusstsein und Sicherheitsempfinden“ sprachen sich 63 Prozent der befragten Privatpersonen für eine derartige gesetzliche Absicherung aus, bei den Gemeinden lag die Zustimmung bei 41 Prozent, hieß es. Insgesamt wurden 213 Personen und 111 der 279 Tiroler Gemeinden befragt. Für letztere antworteten die Bürgermeister bzw. die Gemeindeamtsleiter.

Bei der Befragung habe sich gezeigt, dass die Einschätzung von Privatpersonen hinsichtlich ihres Versicherungsschutzes zum Teil Lücken aufweisen. Rund ein Drittel der Teilnehmer gab an, nicht zu wissen, ob sie gegen Schäden durch Hochwasser, Muren, Erdbeben oder Lawinen versichert sind. Zudem meinten 54 Prozent der interviewten Privatpersonen, dass sie über Hilfen aus dem Katastrophenfonds nicht Bescheid wissen. Richtig eingeschätzt wurde die Abdeckung von Schäden durch Zahlungen aus dem Katastrophenfonds lediglich von 19 Prozent der Privatpersonen, bei den Gemeinden seien es immerhin 48 Prozent gewesen.

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Den Wenigsten sei beispielsweise bekannt, dass mit den Mitteln aus dem Katastrophenfonds nur eine Existenz- und keine Wertsicherung vorgenommen werde, erklärte Schieferer: „Zudem sind die betroffenen Bittsteller und haben keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung“. Das Land entscheidet im jeweiligen Fall darüber, ob der Einzelne Mitteln aus dem Katastrophenfonds erhält, oder nicht. Dabei würden die persönlichen Umstände wie beispielsweise das Einkommen eine Rolle spielen.

Durchschnittlich seien in Tirol nur etwa fünf Prozent gegen durch Naturkatastrophen verursachte Schäden versichert. Bei den Kunden der Tiroler Versicherung betrage der Anteil rund zwölf Prozent, hieß es.


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