Kräutler: Papst ruft zur ökologischen Bekehrung auf

Brasilia (APA) - Der aus Vorarlberg stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, Mitautor der am Donnerstag veröffentlichten Umweltenzyklika, ...

Brasilia (APA) - Der aus Vorarlberg stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, Mitautor der am Donnerstag veröffentlichten Umweltenzyklika, rechnet mit einer „gewichtigen Rolle“ des Papst-Dokuments bei der UN-Klimakonferenz zu Jahresende, wie Kathpress berichtete.

„Das Schreiben ist nicht als private Meditationshilfe gedacht, sondern will Verantwortliche für Politik und Wirtschaft, aber auch die kleine Frau und den kleinen Mann, aufrütteln. Diese Enzyklika kann man nicht einfach lesen, abhaken, beiseite legen und unverrichteter Dinge zur Tagesordnung übergehen“, so der Bischof von Xingu am Donnerstag gegenüber der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA.

Mit der Enzyklika treffe der Papst einen „Lebensnerv“ und fordere einen neuen Lebensstil „jenseits aller Exzesse eines Konsumismus, der unser gemeinsames Haus, unsere Heimat, zur Müllhalde degradiert“, erklärte Kräutler. Eine „ökologische Bekehrung“ sei das Gebot der Stunde sowohl für die Industrie- als auch für die Schwellenländer. „Auf der einen Seite prangert der Papst todbringende Mechanismen an, andererseits aber weiß er, dass das allein nicht genügt. Jede und jeder von uns hat sich zu fragen, inwieweit sie oder er für den langsamen Tod unseres Planeten mitverantwortlich ist.“ Nötig sei ein viel bescheidenerer, maßvollerer und genügsamerer Lebensstil.

Endgültig räume der Papst auf mit einer durch Jahrhunderte getragenen „Fehlinterpretation und mangelhaften Übersetzung“ der Maxime „machet euch die Erde untertan!“ (Genesis 1,28), so der 76-jährige Bischof: „Gott hat den Menschen nicht zum unumschränkten Gewaltherrscher über seine Mit-Welt eingesetzt. Das so oft missverstandene Wort muss endlich dem Urtext gemäß ausgelegt werden.“


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