Gruevski: Keine Korruption auf höchster Ebene in Mazedonien

Wien (APA) - Der mazedonische Premier Nikola Gruevski hat Korruption auf höchster Ebene in Mazedonien abgestritten. „Ich glaube nicht, dass ...

Wien (APA) - Der mazedonische Premier Nikola Gruevski hat Korruption auf höchster Ebene in Mazedonien abgestritten. „Ich glaube nicht, dass es Korruption auf höchster Ebene gibt, aber das ist Angelegenheit der Gerichte“, sagte er gegenüber der „Presse“ (Freitagausgabe).

Die von der Oppositionspartei SDSM (Sozialdemokratischer Bund) im Februar vorgelegten Telefonatsmitschnitte, die auf massives illegales Abhören und Machtmissbrauch hinweisen, seien verfälscht, meint der Regierungschef: „Die Aufzeichnungen wurden geschnitten und editiert, um die Realität zu verzerren.“

Von einem Rücktritt will der Regierungschef des krisengeschüttelten Balkanlandes indes weiter nichts hören. „Die Bürger sollen entscheiden, wer in der Regierung und in der Opposition sein soll.“ Er verwies auf eine Einigung vom 2. Juni über vorgezogene Neuwahlen im April 2016. „Dadurch wird die Lösung kommen (...). Unser Interesse ist es, kristallklare Wahlen zu haben.“ Die Opposition fordert unterdessen einen sofortigen Rücktritt des Premiers. Verhandlungen unter EU-Führung über eine Übergangsregierung waren zuletzt in der Vorwoche gescheitert.

Für die Straßenproteste machte Gruevski Oppositionsführer Zoran Zaev verantwortlich: „Es protestieren vielleicht 50 bis 100 Leute vor dem Parlament. Die meisten arbeiten in der Stadtverwaltung [von Strumica; ergänzt], in der Herr Zoran Zaev Bürgermeister ist.“

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Einen ethnischen Konflikt zwischen der slawischen Mehrheits- und der albanischen Minderheitsbevölkerung stellte der Premier in Abrede. „In Mazedonien gibt es kein Potenzial für einen ethnischen Konflikt. Die Albaner sind voll integriert, sogar Teil der Regierung.“ Bei der Schießerei in Kumanovo Mitte Mai mit 22 Toten seien nicht mazedonische Albaner, sondern „kriminelle Terroristen, die aus unserem Nachbarland Kosovo kamen“, beteiligt gewesen.


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