Japans Notenbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Tokio (APA/Reuters) - Trotz einer drohenden Konjunkturabkühlung will Japans Notenbank die Geldschleusen vorerst nicht noch weiter öffnen. Di...

Tokio (APA/Reuters) - Trotz einer drohenden Konjunkturabkühlung will Japans Notenbank die Geldschleusen vorerst nicht noch weiter öffnen. Die Bank von Japan (BoJ) hat heute, Freitag, den Umfang ihres Programms zum Ankauf von Anleihen und Wertpapieren in Höhe von jährlich 80 Bill. Yen, umgerechnet 572 Mrd. Euro, bekräftigt.

Die Notenbank pumpt soviel Geld in das Finanzsystem, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch wuchs die Exportbranche zuletzt nicht mehr so stark. Und auch die Wirtschaftsleistung dürfte nach dem starken Jahresauftakt im Frühjahr nicht mehr so kräftig zugelegt haben: Experten rechnen nur noch mit einem Plus von aufs Jahr hochgerechnet 1,3 Prozent. Anfang 2015 war es noch drei Mal so stark.

Manche Experten erwarten daher, dass die BoJ im Herbst ihre Anleihenkäufe ausweiten wird. Notenbankchef Haruhiko Kuroda hofft aber, dass der Aufschwung ohne zusätzliche Hilfe auskommt: „Der Export wird schrittweise anziehen, weil sich die Wirtschaft in Übersee erholt. Auch der schwache Yen wirkt stützend.“

Japan litt jahrelang unter fallenden Preisen auf breiter Front. Diese Deflation machte dem Einzelhandel zu schaffen, weil sich Kunden in Erwartung immer billigerer Waren zurückhielten. Auch Löhne und Investitionen schrumpften. Dagegen kämpft die BoJ mit der Geldflut an. Sie hofft, bis September 2016 eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen zu können. Viele Analysten halten das aber für zu optimistisch.


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