Internationale Pressestimmen zu dänischen Parlamentswahlen

Kopenhagen (APA/AFP) - Zeitungen schreiben am Samstag zum Wahlerfolg der Rechtspopulisten in Dänemark:...

Kopenhagen (APA/AFP) - Zeitungen schreiben am Samstag zum Wahlerfolg der Rechtspopulisten in Dänemark:

„Frankfurter Allgemeine“:

„Es sind die Furcht vor Heimatverlust und der Wunsch nach einem sozialstaatlich betreuten Leben, die viele Wähler zu den sogenannten Populisten treiben. Wenn diese Parteien überdies Personen an die Spitze stellen, von denen so etwas wie Charisma ausgeht und die ohne braunes Dekor daherkommen, dann sind sie wettbewerbsfähig und mischen die Parteiensysteme auf. Im Regierungsalltag können sie ja zeigen, ob sie mehr anzubieten haben als eine Politik ängstlicher Ressentiments. Aber das Erstarken dieser Kräfte ist keine Episode, sondern von Dauer. Was bedeutet das für die alte Frage: einbinden oder ausgrenzen?“

„Schwäbische Zeitung“ (Ravensburg):

„Der Nationalismus feiert seine Rückkehr und gefährdet die Nachkriegsordnung und die großen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte auf dem Kontinent. Das geschieht in prosperierenden Staaten mit demokratischen Traditionen genauso wie in Ländern, die derzeit erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten durchleiden. Angst wird zu einem bestimmenden Faktor der Politik. Sie beeinflusst konkrete Entscheidungen. So ist zu erklären, dass sich die EU-Staaten nicht über eine Flüchtlingsquote einigen können.“

„Märkische Oderzeitung“ (Frankfurt/Oder):

„Es sind seltsame Verhältnisse, wenn weder der Sieger einer Wahl noch der Zweitplatzierte die besten Aussichten hat, Regierungschef zu werden. Nun ist es also der rechtsliberale Ex-Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen, der die konservative Koalition anführen soll. Die mit ihm verbündeten zweitplatzierten Rechtspopulisten der Dansk Folkeparti haben dem Land ihr Thema aufgedrückt: einen Asyl-Stopp für die Flüchtlinge, deren Zahl sich binnen Jahresfrist fast vervierfachte. Nun ist Rasmussen gezwungen, ihnen aus der Hand zu fressen. Für das Ringen um eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa bedeutet das nichts Gutes.“

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