Amokfahrt - Blumen an Absperrungen, Hubschrauber über Innenstadt

Graz (APA) - Die Fassungslosigkeit über die Amokfahrt eines 26-Jährigen mit einem Geländewagen in der Grazer Innenstadt steht vielen Mensche...

Graz (APA) - Die Fassungslosigkeit über die Amokfahrt eines 26-Jährigen mit einem Geländewagen in der Grazer Innenstadt steht vielen Menschen rund um die Herrengasse ins Gesicht geschrieben. An der Absperrung der Polizei in der Herrengasse haben Menschen Blumen in improvisierten Vasen sowie brennende Kerzen abgelegt. Ein Polizeihubschrauber kreist gegen 17.00 Uhr über der Innenstadt.

Die Menschen diskutieren am Eisernen Tor, am Anfang der Herrengasse über die Motivation und auch die Herkunft des Täters: „Der Nagl (der Grazer Bürgermeister, Anm.) hat im Radio gesagt, der Mann hat bewusst versucht, Menschen zu erwischen, er hat auf dem Gehsteig überholt und hat ein Paar niedergemäht“, so ein junger Mann zu seiner Freundin. Der Amokfahrer soll angeblich aus Bosnien kommen, wirft ein Mann in kurzen Hosen ein. Was ein weiterer Mann, der zuvor vergeblich versucht hat, an der Polizei vorbei in die Herrengasse zu gelangen, zum lautstarken Ausdrücken seiner Meinung nützt: „Die Zügel gehören angelegt, die Grenzen gehören zugemacht“. Eine Diskussion mit heftigem Widerspruch eines älteren Herren entspannt sich.

Die Herrengasse ist leer, die zuvor dort gestoppten Straßenbahngarnituren wurden weggefahren. Auch die beiden Todesopfer - die einige Zeit mit weißen Decken verhüllt vor der Stadtpfarrkirche und der Bank lagen - wurden weggebracht. Nur einige Polizisten überwachen die Absperrungen, ansonsten ist die sonst so belebte Straße - die beliebteste Flaniermeile der Grazer - mit ihren Geschäften und den Schanigärten gespenstisch ruhig.

Nur wenige Stunden nach der Amokfahrt haben unzählige Menschen auf sozialen Netzwerken wie Facebook ihre Solidarität bekundet: „Graz trägt Trauer. Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Amokfahrt in der Herrengasse“, hieß es auf schwarzem Hintergrund geschrieben. Viele nahmen den Spruch als neues Titelbild oder Profilbild auf ihrer Facebook-Seite. Andere wiederum teilten mit, dass sie nur knapp dem Tod entronnen seien: „100.000 Schutzengel sei Dank“, postete eine junge Grazerin.


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