Stichwort - Das Turiner Grabtuch Jesu Christi

Turin/Vatikanstadt (APA/dpa) - Seit Jahrhunderten verehren Christen ein in Turin aufbewahrtes Stück Stoff als das Grabtuch Jesu Christi. Das...

Turin/Vatikanstadt (APA/dpa) - Seit Jahrhunderten verehren Christen ein in Turin aufbewahrtes Stück Stoff als das Grabtuch Jesu Christi. Das knapp viereinhalb Meter lange und gut ein Meter breite Leinentuch zeigt die Vorder- und Rückansicht eines nackten Mannes, der am Kreuz starb.

Millionen Gläubige sind überzeugt: In dieses italienisch „La sacra Sindone“ genannte Tuch war der Leichnam Jesu Christi vor seiner Auferstehung gehüllt. Die „Sindonologie“ versucht, das Geheimnis des Tuchs wissenschaftlich zu lüften.

Klar ist: Die historische Dokumentation des Leichentuchs beginnt Ende des 14. Jahrhunderts. Danach wurde es seit etwa 1355 zunächst in Frankreich, seit 1578 dann in Turin aufbewahrt. Pollenanalysen, Webart und Abmessungen weisen Wissenschaftlern zufolge darauf hin, dass das Tuch aus dem Vorderen Orient stammt.

Mit Hilfe der Radiokarbonmethode, die der Altersbestimmung von archäologischen Objekten dient, ermittelten internationale Forscher 1988, dass das Tuch wohl erst zwischen 1260 und 1390 nach Christus entstanden ist. Somit könne es nicht das in den Evangelien erwähnte Grabtuch Christi sein. Allerdings gibt es auch Experten mit abweichender Meinung. Strittig ist unter anderem, ob die Gewebeproben von stark beanspruchten Stellen stammen, die im Mittelalter ausgebessert wurden.

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