Ein Leben mit der Natur in luftigen Höhen

Hüttenwirt Arthur Lanthaler hat in seinem Leben nur zwei Jahre unter 2000 Metern Seehöhe verbracht. Der 50-Jährige vermisst am Berg nichts.

Die Geraer-Hütte, ein Juwel in den Zillertaler Alpen, bewirtschaftet Hüttenwirt Arthur Lanthaler (Bild unten) bereits in der neunten Saison.
© Triendl

Von Burgi Triendl

Vals –Auf der Geraer Hütte, an der Westseite der Zillertaler Alpen, gibt es Ende Juni eine Reihe guter Gründe zum Feiern. 120 Jahre Geraer Hütte, 140-Jahr-Feier der Sektion Landshut des Deutschen Alpenvereins und die Einweihung der neuen Werksverkehrsbahn. Auf die Frage nach der Bedeutung all dieser Feierlichkeiten reagiert Hüttenwirt Arthur Lanthaler mit einem herzlichen Lachen. Ihm und seiner Frau Katharina seien alle Anlässe recht, die die Saison in 2324 Metern Seehöhe in Schwung bringen.

© Triendl

Eine besondere Bedeutung komme dabei aber der neuen Bahn zu: „Nachdem am 26. August 2012 eine Mure die Seilbahn und meinen Bus zerstört hat, freuen wir uns über die neue Bahn. Bis es so weit war, mussten wir große Mengen Stein- und Erdmassen bewegen. Wir haben fünf Fundamente händisch ausgehoben. Ein Bagger wäre zu teuer gewesen“, erklärt Lanthaler. Jetzt besitzt der Wirt die Genehmigung, auf der Hütte beschäftigtes Personal, Bergretter und Arzt im Einsatz aber auch Vertreter von Behörden transportieren zu dürfen. Ganz abgesehen von Getränken und Nahrungsmitteln, die für die tägliche Versorgung der Bergsteiger benötigt werden. Dabei setzt der Hüttenwirt auf heimische Produkte. „Was bei uns auf den Teller kommt, stammt überwiegend aus dem Wipptaler Raum.“

In seinem ganzen Leben kann der gelernte Tischler, begeisterte Koch und Bergführer lediglich auf zwei Jahre zurückblicken, die er unter 2000 Metern Seehöhe verbracht hat. Der 50-jährige Südtiroler ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat viele Jahre mit seinen Eltern auf der Müllerhütte im Ridnauntal verbracht. „Dass ich nun die neunte Saison mit meiner Frau und den Kindern Elena und René die Geraer Hütte bewirtschafte, verdanke ich einem Freund. Er hat mir in einem Café am Brenner gesagt, dass diese zu verpachten wäre. Hüttenwirt bin ich seit 30 Jahren.“

Offensichtlich ein Glücksfall für die Sektion Landshut, in deren Eigentum sich die Hütte seit 1972 befindet, und die Wirtsfamilie. „Wir kommen manchmal drei bis vier Wochen nicht ins Tal und vermissen trotzdem nichts“, ist diese sich einig. Für den Wirt beginnt der Tag bereits um 5 Uhr. Das Haus bietet Übernachtungsmöglichkeit für bis zu 105 Personen. Bei schönem Wetter möchte die Wirtin lieber nicht zählen, wie oft sie den Weg von der Terrasse zur Küche zurücklegt. Was aber bei all den Speisen, die ihr Mann zubereitet, am häufigsten bestellt wird, verrät sie gerne. „Immer wieder Knödel. Hausmannskost und Wildgerichte werden auch bestellt, aber die Knödel sind die Nummer eins. Die essen wir selber immer wieder gerne.“

Mußestunden sind selten, dafür sorgt die Natur. Da trifft es sich gut, dass Wegebau eine der Leidenschaften von Arthur Lanthaler ist. „Hier oben lernt man Respekt vor der Natur und mit ihr zu leben. Wege sind zu warten und besonders bei Wetterumschwung schauen wir nach dem Vieh, das in dieser Höhe weidet.“


Kommentieren


Schlagworte