Grazer Oper: Abschiedskonzert für Elisabeth Sobotka

Graz (APA) - In der Grazer Oper hat am Sonntagabend ein Abschiedskonzert für Elisabeth Sobotka stattgefunden, die bis Ende Dezember 2014 als...

Graz (APA) - In der Grazer Oper hat am Sonntagabend ein Abschiedskonzert für Elisabeth Sobotka stattgefunden, die bis Ende Dezember 2014 als Intendantin gewirkt hat. Unbeeindruckt von der tragischen Amokfahrt mit drei Toten am Samstag in nächster Nähe wurde hier ein munteres Potpourri aus Opern, Musical und Operetten der letzten sechs Jahre geboten, launig moderiert von Christoph Wagner-Trenkwitz.

Seit dem Unglück in der Innenstadt - drei Menschen schweben noch immer in Lebensgefahr, Dutzende sind verletzt - wurden nahezu alle Veranstaltungen in Graz abgesagt, darunter auch die Abschlussgala des Schauspielhauses für die ebenfalls scheidende Intendantin Anna Badora. In der Oper beschränkte man sich auf eine Schweigeminute. Interimsintendant Bernhard Rinner begründete die Entscheidung damit, dass „nicht zu spielen eine Kapitulation vor der Gewalt wäre. Theater ist eine Äußerung für das Leben.“ In diesem Sinne widmete man Didos Abschiedsarie „When I am Laid in Earth“ den Opfern der Amokfahrt.

Es gab ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Chefdirigenten Johannes Fritzsch, der das Haus im Jänner 2013 von einem Tag auf den anderen aus persönlichen Gründen in Richtung Australien verlassen hatte. Nun dirigierte er einen Teil des Abends, darunter einen Ausschnitt aus Richard Wagners „Meistersinger“ und einen besonders gelungenen Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“ mit Sieglinde Feldhofer und Xiaoyi Xu.

Im zweiten Teil bekam man den Eindruck, in der Grazer Oper wäre die letzten Jahre vorwiegend Operette und Musical gespielt worden, was so nicht stimmt. Gesungen wurden Ausschnitte aus „Gasparone“ mit Janos Mischuretz und wiederum Sieglinde Feldhofer, die mit gleich drei Nummern mit Abstand am präsentesten in diesem Programm war, außerdem „Ich lade gern mir Gäste ein“ mit Iris Vermillion oder auch „Singin‘ in the Rain“, mit Daniel Prohaska.

Der derzeitige Chefdirigent Dirk Kaftan zeichnete ebenfalls für die musikalische Gestaltung verantwortlich und begleitete unter anderem Regisseur Josef Ernst Köpplinger, der sich mit einem Satz eines Haydn-Klavierkonzertes als Überraschung für Elisabeth Sobotka einstellte. Die Ex-Intendantin bekam am Ende einen Bildband überreicht, in dem die Premieren ihrer Ära angeführt sind. Mit September wird nun Nora Schmid die Leitung übernehmen.

(S E R V I C E - http://www.oper-graz.com )


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