Räumung von Slum in Accra löst heftige Proteste aus

Accra (APA/AFP) - In der ghanaischen Hauptstadt Accra hat ein Vorstoß der Stadtverwaltung zur Zerstörung eines der größten Slums heftige Pro...

Accra (APA/AFP) - In der ghanaischen Hauptstadt Accra hat ein Vorstoß der Stadtverwaltung zur Zerstörung eines der größten Slums heftige Proteste ausgelöst. Bei Auseinandersetzungen zwischen Polizeieinheiten und Bewohnern des Old-Fadama-Slums wurden am Montag rund 20 Menschen festgenommen. Unter den Polizisten gab es mehrere Verletzte.

Der Old-Fadama-Slum ist wegen der dort herrschenden prekären Lebensverhältnisse und der hohen Kriminalität auch als „Sodom und Gomorrha“ bekannt. Dessen ungeachtet hat er sich zu einer Touristenattraktion entwickelt.

Bürgermeister Alfred Vanderpuije macht geltend, die ungenehmigten Wohnungen des Viertels brächten den natürlichen Fluss der Wasserläufe durcheinander. Die Einwohner nähmen das Risiko in Kauf, „alle weggespült zu werden“. Über das Wochenende wurden durch die Räumarbeiten der Behörden mehrere tausend Menschen obdachlos. Die Protestierenden zogen zum Parlament, unterwegs wurde ein Bus zerstört.

Die Sanierungsbemühungen der Verwaltung hängen auch mit einem schweren Unglück zusammen, das sich Anfang Juni an einer unweit vom Old-Fadama-Slum gelegenen Tankstelle ereignete. Bei einer Explosion waren rund 150 Menschen umgekommen, die bei heftigen Regenfällen an der Tankstelle Zuflucht suchten.

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