70 Jahre UNO - Pro & Kontra im Nahost-Konflikt

New York (APA/dpa) - Im November 1947 entschieden die Vereinten Nationen, dass aus der britischen Kolonie Palästina zwei Staaten werden soll...

New York (APA/dpa) - Im November 1947 entschieden die Vereinten Nationen, dass aus der britischen Kolonie Palästina zwei Staaten werden sollten - einer für die Juden, einer für die Araber, die sich später Palästinenser nannten. Die Bilanz seither ist gespalten.

Die Israelis bekamen ihren Staat über die UN, wurden von der Organisation aber später in Hunderten Resolutionen kritisiert. Die Palästinenser lehnten den Teilungsplan ab, sind aber nun seit mehr als 60 Jahren von UN-Hilfen abhängig. Das sagen die beiden UN-Botschafter dazu:

Ron Prosor, Israel:

„Als die Vereinten Nationen 1947 für die Gründung eines jüdischen Staates votierten, waren Holocaust-Überlebende, jüdische Pioniere und Juden weltweit voller Hoffnung. 67 Jahre später ist die Hoffnung, die sie mit den UN hatten, erloschen. Israel war von seiner ersten Stunde an eine „Start-up-Demokratie“ mit demokratischen Wahlen, einem rechtsstaatlichen Justizsystem und einer stabilen Bürgergesellschaft. Bedauerlicherweise sind die UN den umgekehrten Weg gegangen, da mehr als die Hälfte der 193 Mitgliedsstaaten keine Demokratien sind. Heute missbrauchen arabische Staaten mit engen Interessen die demokratische Struktur der UN für ihren politischen Vorteil.

Jedes Jahr verabschiedet die Vollversammlung mehr als 20 Resolutionen gegen Israel - verglichen mit einer gegen Syrien. In Israel sitzen Frauen in Schlüsselpositionen der Gesellschaft. Dennoch wurde Israel als einziges Land auf der diesjährigen Frauenkonferenz als „Verletzer von Frauenrechten“ verurteilt - nicht der Sudan, nicht der Iran und auch nicht Saudi-Arabien, nur Israel.

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Israel fördert gleiches Recht für alle, wie Minderheiten. Dennoch hat der Menschenrechtsrat, zu dessen Mitgliedern die größten Menschenrechtsverletzer wie Iran und Venezuela gehören, zwei Tagesordnungspunkte: einer zu Menschenrechtsverletzungen weltweit und einer nur konzentriert auf Israel.

Diese Beispiele sind nur die Spitze des Eisbergs der täglichen strukturierten Vorurteile, die Israel bei den UN erfährt. Wenn die UN einen dauerhaften Frieden in der Region fördern wollen, müssen sie aufhören, den Palästinensern und den arabischen Staaten in die Hände zu spielen; sie müssen aufhören, in Anti-Israel-Kampagnen, die die Legitimität des Staates untergraben wollen, einzustimmen; und sie müssen anfangen, auch Terror gegen Israel zu verurteilen.“

Riyad Mansour, Palästina

„Die Vereinten Nationen haben sich von Anfang an mit der Palästinafrage beschäftigt. Großbritannien hatte, statt den Palästinensern ihre Unabhängigkeit zu geben, das Mandat lieber den UN übertragen. Statt Großbritannien wie allen anderen Kolonialmächten zu sagen, „gib ihnen Unabhängigkeit“, haben sich die UN selbst des Problems angenommen. Also haben sie die Resolution 181 verabschiedet, die die Etablierung zweier Staaten vorsah. Dann entstand der eine Staat, der andere kämpft noch um seine Unabhängigkeit. Deshalb bleiben die UN in unsere Sache verstrickt, bis sie gelöst ist.

Als Israel 1947 gegründet wurde, waren die UN-Mitgliedsländer fast fünfzig zu fünfzig geteilt. Heute gibt es einen weltweiten Konsens über die Zwei-Staaten-Lösung. Ist das nicht verblüffend?

Die (UN-Agentur zur Unterstützung der Palästinenser) UNRWA ist eine bemerkenswerte Einrichtung, die dafür sorgt, dass die UN so erscheinen, wie sie erscheinen sollten. UNRWA hat eine entscheidende Rolle in unserer Geschichte gespielt und Millionen und Abermillionen Palästinensern medizinische Versorgung und Entwicklungsmöglichkeiten gegeben, zusätzlich zu Lebensmitteln und all den anderen Hilfen. Aber es wurde abgelehnt, uns Schutz zu geben, was sehr seltsam ist bei all der UN-Flüchtlingshilfe.

UNRWA ist einzigartig. Sie ist fast eine Regierungsagentur mit mehr als 30 000 Mitarbeitern, die sich seit 65 Jahren um 5,2 Millionen Palästinenser kümmern. Es war einer der größten Fehler der UN, dass sie sich eines Problems angenommen hat, das sich zum Ende des britischen Mandates in Palästina ergab, und sie es nach 70 Jahren nicht zum Abschluss bringen konnte.“

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA043 2015-06-23/07:30


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