Entgeltliche Einschaltung

Mehr Asylquartiere gefragt, aber keine „Bruchbuden“

Im Bezirk Landeck funktioniert die Flüchtlingsbetreuung weitgehend reibungslos. Kinder können sofort in den Schulunterricht einsteigen.

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Von Helmut Wenzel

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Landeck –Hat der Tourismusbezirk Landeck seinen Beitrag zur Aufnahme von Flüchtlingen geleistet? „Ja, im Großen und Ganzen“, resümiert Bezirkshauptmann Markus Maaß. „Probleme in den Gemeinden mit Asylquartieren sind mir schon lange nicht mehr zu Ohren gekommen.“ Auch an der Bereitschaft von Vermietern, Quartiere anzubieten, mangle es nicht.

Nur über eines ärgern sich der Bezirkshauptmann und auch Georg Mackner von der Tiroler Soziale Dienste GmbH, der für Immobilien bzw. Unterkünfte zuständig ist: Manchmal würden „richtige Bruchbuden“ unter jeder Qualität oder abbruchreife Gasthöfe als Asylquartiere angeboten.

„Gewisse Mindeststandards müssen erfüllt sein“, betont Mackner, „vor jeder Vermietung wird das Objekt baupolizeilich überprüft. Sehr wichtig sind dabei die Brandschutzeinrichtungen.“

Im Bezirk Landeck werden derzeit 189 Personen mit laufendem Asylverfahren betreut. 69 davon sind im ältesten Quartier untergebracht – im Landecker Heim Kaifenau. Heimleiter Helmut Schöpf und sein zweiköpfiges Team kümmern sich darüber hinaus um 23 Asylwerber in Schönwies, 33 in Zams, 15 in Ried, 20 in Fließ/Nesselgarten, 15 in Pians, vier in Pfunds und zehn weitere im Bezirk. Die Betreuung funktioniere „weitgehend reibungslos“, hob Schöpf hervor. „Auch beim Einstieg von schulpflichtigen Flüchtlingskindern passen die Rahmenbedingungen. Ein Kind ist als außerordentlicher Schüler in Zams untergebracht.“ Beim Stützunterricht springe das Land helfend ein. In den Gemeinden würden die Flüchtlinge generell auf hohe Akzeptanz stoßen.

„Wir würden uns weitere Quartiere in Landeck mit entsprechenden Standards wünschen“, stellte Mackner von der Tiroler Soziale Dienste GmbH fest. Ziel wären in Summe 300 Asylplätze. Auch wenn der humanitäre Aspekt im Vordergrund stehe, entkräftet der Koordinator „überzogene wirtschaftliche Erwartungen“ der Vermieter. Das Land zahle eine durchschnittliche Monatsmiete von sieben Euro pro Quadratmeter. Den immer noch kolportierten Tagsatz von 22 Euro pro Bett gebe es nicht mehr.


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