Deutschland muss sich dieses Jahr 5 Mrd. Euro weniger leihen

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland muss sich in diesem Jahr wegen gut gefüllter Staatskassen deutlich weniger Geld leihen als geplant. Die A...

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland muss sich in diesem Jahr wegen gut gefüllter Staatskassen deutlich weniger Geld leihen als geplant. Die Auktionen von Geldmarktpapieren und Staatsanleihen sollen 180,5 Mrd. Euro einspielen - um 5 Mrd. Euro weniger als bisher vorgesehen, teilte die mit dem Schuldenmanagement betraute Finanzagentur am Dienstag mit.

„Grund dafür ist die gute Entwicklung der Steuereinnahmen“, erklärte ein Sprecher. Diese lagen in den ersten fünf Monaten um 8,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dafür sorgten die gute Konjunktur sowie steigende Verdienste und Rekordbeschäftigung, die für höhere Einnahmen aus der Lohnsteuer sorgen.

Möglicherweise wird das Volumen noch einmal gedrückt, deutete die Finanzagentur an: „Weitere Änderungen des Emissionskalenders können sich je nach Finanzierungsbedarf und Liquiditätslage des Bundes und seiner Sondervermögen oder in Reaktion auf die Finanzmarktsituation ergeben“. Zusätzlich will der Bund noch etwa 12 Mrd. Euro mit inflationsgekoppelten Anleihen einnehmen. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen in diesem Jahr auf rund 192,5 Mrd. Euro. Weniger hat sich der Bund zuletzt 2002 geliehen.

Dass sich Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz des geplanten ausgeglichenen Haushalts in diesem Jahr einen dreistelligen Milliardenbetrag leihen muss, liegt an den Altschulden von mehr als einer Billion Euro. Das geliehene Geld muss regelmäßig an Investoren zurückgezahlt werden - 2015 summieren sich die Tilgungen auf etwa 185 Mrd. Euro. Da der Bund so viel Geld nicht aus den laufenden Einnahmen übrig hat, muss er neue Kredite aufnehmen.

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