Griechenland - Verhandlungsfinale „ohne Verlängerung“

Athen/Brüssel (APA/AFP) - Vor der drohenden Pleite Athens ab Ende Juni bleiben nur noch wenige Tage. Im Verhandlungsfinale der Griechenland-...

Athen/Brüssel (APA/AFP) - Vor der drohenden Pleite Athens ab Ende Juni bleiben nur noch wenige Tage. Im Verhandlungsfinale der Griechenland-Rettung wird es laut Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker keine „Verlängerung“ mehr geben. Die Suche nach einem Kompromiss läuft deshalb auf allen Ebenen unter enormem Zeitdruck. Ein Überblick:

Dienstag/Mittwoch, 23./24. Juni:

Experten der drei Gläubiger-Institutionen - EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) - verhandeln nonstop mit der griechischen Seite, um strittige Punkte in den Vorschlägen aus Athen zu klären. Die Euro-Finanzminister hatten am Montag gefordert, dass dabei auch eine Liste mit sogenannten Vorausmaßnahmen erstellt werden muss - Reformen, die Athen umgehend angehen oder über Parlamentsbeschlüsse schon umgesetzt haben muss, bevor irgendwelche Gelder fließen können.

Mittwoch, 24. Juni:

Die Finanzminister der 19 Euro-Länder kommen am Abend zusammen, um letzte Hand an einen möglichen Einigungsvorschlag zu legen. Nach fünf Monaten Dauerstreits mit Athen um Geld und Reformen könnte es eine lange Sitzung werden.

Donnerstag/Freitag, 25./26. Juni:

Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich zu ihrem regulären Gipfel in Brüssel. Die Mitglieder der Währungsunion könnten dort die Ergebnisse des Finanzministertreffens bewerten und endgültig grünes Licht geben.

Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. Juni:

Diese Zeit könnte das griechische Parlament dann nutzen, um einer Einigung zuzustimmen. Es dürfte aber kaum Zeit bleiben, alle von den Gläubigern geforderten Vorausmaßnahmen bereits abschließend zu billigen.

Montag, 29. Juni:

Ab nun könnte sich der deutsche Bundestag mit der Griechenland-Vereinbarung befassen - möglicherweise am Montag in den Fraktionen und am Dienstag dann im Plenum. Wahrscheinlich müssten die Abgeordneten dabei auch einer nochmaligen Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms zustimmen, das bereits zwei Mal verlängert wurde. Denn die Zeit für Griechenland, alle Bedingungen für die volle Auszahlung der verbliebenen Hilfsgelder zu erfüllen, ist zu knapp.

Dienstag, 30. Juni:

Das zweite Hilfsprogramm für Griechenland läuft nach bisherigem Stand aus. Die griechische Regierung muss an diesem Tag außerdem auf einen Schlag vier Raten an den IWF überweisen, die ursprünglich schon im Laufe des Monats fällig wurden. Die Gesamtsumme der zurückzuzahlenden Kredite beläuft sich auf 1,5 Mrd. Euro. Kommt es nicht zu einer Einigung mit den Gläubigern, könnte das Land ab diesem Tag zahlungsunfähig sein.


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