Dem Springkraut geht es an die Wurzel

Im Naturschutzgebiet Kaisertal und anderen Orten will man das Ausbreiten des eingeschleppten Indischen Springkrauts verhindern. Dazu sind Handarbeit und Freiwillige notwendig.

Schön anzusehen, aber für das Schutzgebiet Kaisergebirge Gift: das Indische Springkraut.
© iStock/Ruud Morijn

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Es schillert in verführerischer Farbe und verbreitet sich rasend schnell: Die Rede ist vom so genannten Drüsigen Springkraut, besser bekannt als Indisches Springkraut oder Himalaya-Balsamine. Was im Garten noch recht schön anzuschauen ist, kann für ein Schutzgebiet wie dem Wilden Kaiser das reinste Gift werden, wie Schutzgebietbetreuerin Nicole Schreyer erzählt. „Das Problem ist, dass die Pflanze keine Fraßfeinde bei uns hat und heimische Arten zu verdrängen beginnt.“

Das „Impatiens glandulifera“, wie es im botanischen Fachjargon heißt, wurde – nomen est omen – aus Indien und dem Himalayagebiet über England nach Europa gebracht und war eine beliebte Zierpflanze. Das Besondere an der Pflanze ist, dass die Samen explosionsartig abgestoßen werden und sie sich so sprungartig verbreiten.

„Das Springkraut verdrängt zum Beispiel die Brennnessel, die wiederum besonders wichtig für die Raupen der Schmetterlinge ist“, erzählt Schreyer. Und sie lässt keinen Zweifel daran, dass gerade das Kaisergebirge, „welches besonders durch seine Botanik schützenswert ist“, durch derartig eingeschleppte Arten (so genannte Neophyten) in großer Gefahr ist.

Die Situation habe sich laut Schreyer in den vergangenen fünf bis zehn Jahren verschlechtert, die Ausbreitung des Springkrauts intensiviert – besonders rund um Baustellen, wie beim Tunnelportal und beim Kaiseraufstieg, breite sich die Pflanze immer mehr aus.

Einzige Möglichkeit, das Kraut umweltverträglich loszuwerden: Es muss kurz vor der Samenreife abgeschnitten oder ausgerissen werden. Daher startet Schreyer mit ihrem Kollegen Philipp Larch von der Schutzgebietsbetreuung zwei Aktionsvormittage, an denen es dem Kraut an die Wurzeln geht. Gesucht werden dafür am Dienstag, den 30. Juni, und Samstag, den 4. Juli, Freiwillige, die helfen, das Springkraut zu entfernen. Treffpunkt ist jeweils um 9 Uhr beim Tunnelportal in Ebbs (Kaisertalstraße).

Nicht nur im Schutzgebiet will man dem Kraut, das zu diesen Neophyten zählt, an die Wurzeln gehen. Auch in Radfeld startet am Samstag, den 27. Juni, um 9 Uhr eine Aktion gegen das Ausbreiten des Springkrautes. Treffpunkt ist beim Recyclinghof.

In Wörgl war man bereits unterwegs. Organisiert über das Freiwilligenzentrum Unterland wurden Indisches Springkraut, Japanischer Knöterich und Kanadische Goldrute im Bereich der Wörgler Filz entfernt.


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