Fachkräftemangel steigt weltweit, Rückgang in Österreich

39 Prozent der österreichischen Arbeitgeber gaben laut einer heute veröffentlichten Studie an, Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen aufgrund von Fachkräftemangel zu haben.

Wien – Der Fachkräftemangel nimmt laut dem Personalbereitsteller Manpower weltweit zu, in Österreich gibt es einen leichten Rückgang. 39 Prozent der österreichischen Arbeitgeber gaben laut einer heute veröffentlichten Studie an, Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen aufgrund von Fachkräftemangel zu haben. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als 2014 mit 42 Prozent.

Gesucht sind vor allem Facharbeiter/Handwerker, Techniker und Fahrer. Österreich liegt im Rahmen des im weltweiten Durchschnitts von 38 Prozent (nach 36 Prozent).

31 Prozent haben noch keine Maßnahmen gesetzt

„Heuer wurde der höchste globale Wert seit Beginn der Wirtschaftskrise erreicht“, so Erich Pichorner, Managing Director der Manpower Group in Österreich am Dienstag in einer Pressemitteilung. „Auch wenn in Österreich die Zahl leicht zurückgegangen ist, bedeutet das keine Entspannung.“ Alarmierend sei, dass 31 Prozent der Befragten derzeit noch keine Maßnahmen gesetzt hätten, obwohl fast jeder zweite Arbeitgeber (46 Prozent) angebe, der Fachkräftemangel wirke sich negativ auf die Befriedigung der Kundenbedürfnisse aus.

Die größten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung gibt es in Österreich der Studie zufolge auch heuer bei Facharbeitern/Handwerkern, die seit 2012 das Ranking der meistgesuchten Berufsgruppen anführen. Techniker stehen nun an zweiter Stelle, nachdem sie 2014 noch auf Rang drei gelegen warn. Fahrer rückten vom 6. auf den 3. Platz vor. Assistenz/Bürokräfte (Rang 4) und Krankenschwestern/Pfleger (Rang 10) sind heuer neu in den Top 10. Zu den zehn meistgesuchten Berufsgruppen gehören aktuell weiters Manager und Executives (Rang 5), Vertriebsmitarbeiter (6), Ingeniere (7), IT-Fachkräfte (8) sowie Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen (9). Hotel- und Gastgewerbe sowie Vertriebsleiter sind nicht mehr in den Top Ten.

Mangel an Kandidaten und fehlende Hard Skills

Als Gründe für den Facharbeitermangel nannten österreichische Arbeitgeber das Fehlen von geeigneten Kandidaten bzw. Bewerbern (48 Prozent) sowie den Mangel an Hard Skills (43 Prozent) und Soft Skills (20 Prozent).

Im Raum EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) sind die am schwierigsten zu besetzenden Positionen in den Berufsgruppe Facharbeiter und Handwerker, gefolgt von Ingenieuren und Vertriebsmitarbeitern. 9 von 10 Ländern mit dem niedrigsten Prozentsatz kommen aus der Region, der Anteil hat sich aber um 5 Prozentpunkt auf 32 Prozent und damit den höchsten Wert seit 2008 erhöht.

Weltweit ist die Suche nach dem richtigen Personal dem „Talent Shortage Survey 2015“ der ManpowerGroup zufolge am schwierigsten in Japan (83 Prozent). Dahinter folgen Peru (68 Prozent), Hongkong (65 Prozent), Rumänien und Brasilien (je 61 Prozent) und Griechenland. Den geringsten Wert weist Irland (11 Prozent) auf. Facharbeiter und Handwerker waren zum vierten Mal in Folge die meistgesuchte Berufsgruppe, gefolgt von Vertriebsmitarbeitern und Ingenieuren.

Befragt wurden für die Studie 41.748 Personalverantwortliche in 42 Ländern. In Österreich lag die Zahl der Befragten bei 752. (APA)


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