Kärntner Vater wegen schwerer Misshandlung seines Babys vor Gericht

Klagenfurt (APA) - Am Landesgericht Klagenfurt ist am Mittwoch ein Prozess gegen einen 28-jährigen Kärntner eröffnet worden. Dem Angeklagten...

Klagenfurt (APA) - Am Landesgericht Klagenfurt ist am Mittwoch ein Prozess gegen einen 28-jährigen Kärntner eröffnet worden. Dem Angeklagten wird neben Diebstählen und einer Drohung gegen seine Frau die Misshandlung seiner wenige Monate alten Tochter vorgeworfen. Die Verletzungen waren so schwer, dass das Mädchen bleibende Schäden erlitt. Der Angeklagte bekannte sich zur Misshandlung nicht schuldig.

Gebrochene Rippen, gebrochene Ober- und Unterschenkel, gebrochene Arme und Gehirnverletzungen: So lautet die Liste der Verletzungen, welche die Ärzte im Jänner 2014 an dem damals vier Monate alten Mädchen feststellten. Zwischen Ende 2013 und Anfang 2014 soll der Angeklagte seine Tochter heftig geschüttelt haben, rekonstruierte die Staatsanwältin.

„Zwei Personen hatten die Obsorge - mein Mandant und seine Frau. Doch nur er sitzt auf der Anklagebank. Es gibt keine Hinweise darauf, warum die Ermittlungen gegen seine Frau eingestellt wurden. Der Angeklagte ist nur deshalb hier, weil er Vorstrafen hat“, sagte der Verteidiger in seinem Eröffnungsplädoyer. Insgesamt fünf Vorstrafen hat der 28-Jährige auf dem Kerbholz: Wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, versuchten Mordes und versuchter Nötigung. Ein Sachverständiger attestierte ihm eine einer kombinierten Persönlichkeitsstörung.

Das Mädchen brauchte nach der Frühgeburt besonders viel Zuwendung. Alle vier Stunden musste es gefüttert werden, der 28-Jährige gab an, extra seinen Job gekündigt zu haben, um für seine Tochter da sein zu können. Dokumentiert ist auch, dass der Säugling aufgrund von Koliken häufig geschrien hat. „Wir haben nie Verletzungen bei unserer Tochter festgestellt“, gab der Angeklagte an. Dennoch meinte er, dass er am ehesten seiner Schwiegermutter zutrauen würde, das Mädchen misshandelt zu haben: „Sie war gegen mich und wollte mich und meine Frau auseinanderbringen“, sagte der 28-Jährige.

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Es stimme auch nicht, dass er seine Frau vor einem Jahr bedroht habe. Zu den ebenfalls angeklagten Diebstählen bekannte er sich teilweise schuldig: Bei einem Fahrraddiebstahl sei er dabei gewesen, die Tat selbst habe aber sein Bruder ausgeführt. Dieser sitzt derzeit in Haft.

Die Verhandlung wurde am Mittwochnachmittag mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt. Für den Freitag war ein weiterer Verhandlungstermin vorgesehen.


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