Entgeltliche Einschaltung

Bachmann-Preis: Starterfeld präsentiert sich in originellen Videos

Klagenfurt (APA) - Am 1. Juli werden die 39. Tage der deutschsprachigen Literatur mit der Klagenfurter Rede zur Literatur eröffnet. Halten w...

  • Artikel
  • Diskussion

Klagenfurt (APA) - Am 1. Juli werden die 39. Tage der deutschsprachigen Literatur mit der Klagenfurter Rede zur Literatur eröffnet. Halten wird sie der Bachmann-Preisträger 2010, Peter Wawerzinek. Sie trägt den Titel „Tinte kleckst nun einmal“. Zum Auftakt wird die Lesereihenfolge ausgelost. Gelesen und diskutiert wird von Donnerstag bis Samstag. Schlussdiskussion und Preisvergabe finden am Sonntag (5. Juli) statt.

Wie bunt das 14-köpfige, von Frauen dominierte Starterfeld (nur vier Männer sind mit dabei) heuer aufgestellt ist, lässt sich auch aus den Videoporträts ersehen, die seit wenigen Tagen online sind und bei der Liveübertragung via 3sat jeweils vor der Lesung des betreffenden Teilnehmers gezeigt werden. Die Grazerin Valerie Fritsch etwa präsentiert sich mit einem faszinierenden Clip, der zu bedrohlicher Musik ein surreales, geradezu apokalyptisches Gartenfest-Tableau voll reifer Früchte und umherfliegender Insekten zeigt, in dem sie selbst mit brennender rosa Perücke auftritt. „Ich hab mir sogar ein bisschen die Augenbraue dabei abgefackelt“, so die Autorin im APA-Interview. Gedreht hat den Kurzfilm „Im Kopf von Valerie Fritsch“ der junge Regisseur Matthias Zuder, dem Fritsch gerade das Drehbuch für einen größeren Spielfilm schreibt.

Entgeltliche Einschaltung

„Das ‚Autorenporträt‘ ist so ein Genre, das oft wahnsinnig doof inszeniert wird“, hatte die Linzer bildende Künstlerin und Autorin Teresa Präauer im APA-Gespräch festgehalten. Auch sie hat die Gestaltung selbst in die Hand genommen: „Ich möchte einfach die Blickwinkel bestimmen können. Wie man sich darstellt und abgebildet wird.“ Und das ist gleichfalls ungewöhnlich: ein Tanz der Autorin mit falschem Gebiss zu treibenden Beats vor einer mit Präauer-Artwork grellbunt bespielten Bluebox, während schriftliche Statements eingeblendet werden. Der Drei-Minuten-Clip von Reinhold Bidner schließt mit der Aufforderung: „Lies, lies, lies, lies, lies!“

Halb so lang und ungleich minimalistischer ist die Selbstdarstellung von FALKNER. Auf die „Insel meiner Kindheit“, die Insel Brac, wo sie die Sommerferien jedes Jahr bei ihrer kroatischen Großmutter verbrachte, führt das Porträt der Klagenfurterin Anna Baar. Aus einem Zimmerfenster blickt die Deutsche Saskia Hennig von Lange, ehe sie zum Stadtspaziergang durch die Frankfurter Peripherie aufbricht. Als „leidenschaftliche Spaziergängerin“ outet sich auch die in Bukarest geborene und heute in Zürich lebende Autorin Dana Grigorcea.

50 x € 100,- Heizkostenzuschuss zu gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

„Willkommen in meinem Innenleben“ begrüßt der Schweizer Dichter und Performancekünstler Jürg Halter sein Publikum, dem er u.a. eine in seinem Garten aufgestellte „Gedichtfalle“ präsentiert, mit der er Lyrik fängt. Nächtliche Impressionen hat dagegen das Video des Ex-Sportjournalisten Sven Recker eingefangen. Singend präsentiert sich die Schweizer Schauspielerin Monique Schwitter inmitten von ausgestopften Tieren. Mittwochmittag waren nur von dem in Berlin lebenden Klagenfurter Peter Truschner und der wegen ihres Textes „Warum mich der Feminismus anekelt“ umstrittenen deutschen Autorin Ronja von Rönne keine Videos online.

Heuer gibt es beim Wettlesen mit Hubert Winkels einen neuen Juryvorsitzenden, er folgt Burkhard Spinnen nach, der seine Funktion vergangenes Jahr zurückgelegt hat. Neu in der Jury sind der aus Bern stammende Stefan Gmünder, Literaturredakteur des „Standard“, Klaus Kastberger, Leiter des Literaturhauses Graz, sowie Sandra Kegel von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Kostendruck, unter dem der Wettbewerb steht, zeigt sich auch an der Tatsache, dass es dieses Jahr einen Preis weniger gibt. Vergeben werden der Ingeborg-Bachmann-Preis, dessen 25.000 Euro von der Stadt Klagenfurt gestiftet werden. Gleich geblieben ist auch der mit 10.000 Euro dotierte Kelag-Preis. Weggefallen ist der bisher mit 7.500 Euro dotierte 3sat-Preis. Der TV-Sender stiftet stattdessen den Ernst-Willner-Preis (5.000 Euro). Diese drei Preise werden von der Jury vergeben, dazu kommt der 7.000 Euro schwere BKS-Bank-Publikumspreis, der über das Internet ermittelt wird.

Im Vorfeld des Wettbewerbs wird der „Translatio“, der Staatspreis für literarische Übersetzung, vergeben, er geht diesmal an Alena Blahova und Erich Hackl. Die Preisträger werden am 28. Juni im Musil-Institut geehrt. Bereits zum 19. Mal gibt es auch den Klagenfurter Literaturkurs (28. Juni bis 1. Juli).

(S E R V I C E - http://bachmannpreis.orf.at)

~ WEB http://orf.at ~ APA268 2015-06-24/12:53


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung