Zumtobel schaffte 2014/15 Turnaround - Höhere Dividende geplant

Dornbirn (APA) - Nach einem Verlust von 4,8 Mio. Euro im Vorjahr hat der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel 2014/15 mit ein...

Dornbirn (APA) - Nach einem Verlust von 4,8 Mio. Euro im Vorjahr hat der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel 2014/15 mit einem Jahresergebnis von plus 11,9 Mio. Euro den Turnaround geschafft. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis stieg um 39,7 Prozent auf 66,5 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen mit 22 Cent je Aktie (nach 18 Cent) eine höhere Dividende erhalten.

Insgesamt erwirtschaftete der Konzern 2014/15 (per Ende April) einen Rekordumsatz von 1,31 Mrd. Euro, ein Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1,25 Mrd. Euro). Die größten Zuwächse erreichte das Unternehmen in Großbritannien (plus 17 Prozent), in den CEE-Ländern (plus 16 Prozent) sowie in den Benelux-Staaten und in Australien (je plus 11 Prozent).

Bereits 2013 hat Zumtobel Restrukturierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und der Auslastung der Werke eingeleitet. Von den 18 Werken wurden in diesem Zug drei Standorte (Ennenda in der Schweiz, Landskrona in Schweden, Tianjin in China) geschlossen und zwei weitere Niederlassungen (Auckland, Neuseeland, und Innsbruck) verkauft. Im Werk Lemgo in Deutschland sollen weitere 70 Mitarbeiter abgebaut werden, ein Teil der Produktion wurde auf andere Standorte verlagert, teilte Zumtobel-Chef Ulrich Schumacher bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Dornbirn mit.

Zudem wurden die bisherigen Zumtobel- und Thorn-Leuchtenwerke in einen globalen Fertigungsverbund integriert, die Einkaufsaktivitäten beider Segmente wurden in der Gruppe gebündelt. „Mit diesen Maßnahmen konnten wir unsere Kosten signifikant senken und die Auslastung der verbleibenden Werke deutlich steigern“, berichtete Schumacher. Erste positive Effekte dieser Restrukturierungsmaßnahmen sowie das erhöhte Umsatzvolumen zeigten sich im bereinigten operativen Ergebnis, das mit 66,5 Mio. Euro zu Buche schlug. Insgesamt hätten sich die negativen Sondereffekte aus der Restrukturierung im vergangenen Geschäftsjahr auf 25,4 Mio. Euro belaufen, nach 35,5 Mio. Euro im Vorjahr.

„Vor dem Hintergrund, dass wir zwölf Jahre nicht gewachsen sind und der Konzern umgebaut wird, ist das Ergebnis und das rund fünf Prozent Umsatzwachstum sehr erfreulich“, betonte der Zumtobel-CEO. Auf dem LED-Markt habe man deutlich zugelegt. Im vergangenen Geschäftsjahr machte der LED-Anteil bereits rund die Hälfte (49,8 Prozent) des Gesamtumsatzes aus. Dies entspricht einer Steigerung von 55,9 Prozent auf 653,3 Mio. Euro in diesem Segment und bestätige „die Strategie der Zumtobel Gruppe, gezielt in den Ausbau eines innovativen LED-Portfolios zu investieren“, sagte Schumacher.

Beim Konzernumbau habe man“nicht einmal 20 Prozent“ hinter sich, ergänzte der Zumtobel-Chef. Der Markt befinde sich in einem dramatischen Umbruch, die LED-Technologie habe einen kompletten Paradigmenwechsel in der Industrie eingeleitet. Geplant sei für 2015/16 eine völlige Umstellung auf die neue Vertriebsorganisation, eine weitere Optimierung des Produktionsverbunds sowie die Einführung neuer Geschäftsmodelle wie etwa den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts sowie einen Ausbau der Technologieposition durch höhere Investitionen in Forschung & Entwicklung, kündigte Schumacher an. Genauere Maßnahmen zur weiteren Optimierung der Strukturkosten würden in vier bis sechs Monaten bekannt gegeben.

Die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten wurden bereits 2014/15 deutlich ausgebaut. Der Aufwand für F&E wuchs von 71,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 79 Mio. Euro. Die F&E-Quote erreichte mit sechs Prozent vom Umsatz einen neuen Höchststand.

Im Leuchtensegment (Umsatz: 989,9 Mio. Euro; VJ: 938,4) habe man es geschafft, den LED-Anteil von 52 auf 64 Prozent zu steigern. Gewachsen seien vor allem die Märkte Großbritannien, Schweiz und die Benelux-Länder, teilte Thomas Bischof, Leiter der Zumtobel Business Division, mit. Das bereinigte EBIT betrug 63,7 Mio. Euro (Plus 66,3 Prozent). Das Komponentengeschäft (Tridonic) habe sich sehr gut am Markt positioniert, erklärte Schumacher. Die rückläufige Nachfrage nach elektronischen Vorschaltgeräten und die entgangenen Umsätze aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen (Magnetik und Verbindungsklemmen) konnten durch einen Anstieg der LED-Umsatze um 79,6 Prozent mehr als kompensiert werden. „Wir haben einen Riesenschritt in die richtige Richtung gesetzt“, freute sich Tridonic-CEO Alfred Felder. 72 Prozent des Umsatzes mache Tridonic bereits jetzt mit Produkten, die jünger als drei Jahre seien. Der LED-Anteil am Gesamtumsatz betrage 54 Prozent, damit, sei „die Transformation zu LED gelungen“, so Felder.

Beschäftigt waren bei Zumtobel im abgelaufenen Geschäftsjahr weltweit 7.234 Mitarbeiter (inklusive Leiharbeiter), nach 7.291 im Vorjahr. Wegen des Konzernumbaus wurde vor allem in der Produktion und im Verkaufsinnendienst Personal abgebaut. In Österreich verringerte sich der Mitarbeiterstand leicht - zum Großteil wegen des Verkaufs des Innsbrucker Standorts - auf 2.355 (VJ: 2.378).

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Zumtobel-Chef Schumacher deutlich optimistisch. Sein Unternehmen sehe er ausgezeichnet positioniert, sagte der CEO und prognostizierte ein weiteres Umsatzwachstum von fünf Prozent sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von 90 bis 100 Mio. Euro. Damit liege die Gruppe im Plan, die bereinigte EBIT-Marge bis 2016/17 auf rund acht bis zehn Prozent zu steigern.

~ ISIN AT0000837307 WEB http://www.zumtobelgroup.com ~ APA289 2015-06-24/13:11


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