Vatikan beklagt „irrationale Feindseligkeit“ gegen Flüchtlinge

Genf (APA) - Der Vatikan beklagt eine „irrationale Feindseligkeit“ im Umgang mit Flüchtlingen. Manche betrachteten Flüchtlinge so, als seien...

Genf (APA) - Der Vatikan beklagt eine „irrationale Feindseligkeit“ im Umgang mit Flüchtlingen. Manche betrachteten Flüchtlinge so, als seien „die Opfer von Gewalt und Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen selbst schuld an ihrer Lage“, sagte der Vatikan-Vertreter im Ständigen Ausschuss der UN-Flüchtlingskommission (UNHCR) laut Kathpress in Genf am Mittwoch.

Erzbischof Silvano Tomasi sprach von „beunruhigenden“ Umständen. Nötig seien „außerordentliche Solidarität“, eine großzügigere Wiederansiedlung von Flüchtlingen und eine bessere Aufteilung der Verantwortung.

Eine ausschließlich sicherheitsorientierte Flüchtlingspolitik übersehe, dass Asylsuchende Opfer von Tragödien seien und die Frage des Gemeinwohls über die Grenzen eines einzelnen Staates hinausreiche, so der Vatikandiplomat. Tomasi warf der Weltgemeinschaft mangelnden politischen Willen bei der Beendigung von Konflikten und anderer Ursachen von Flucht und Vertreibung vor.

Der Vatikan verlangte, bei der Vergabe internationaler Entwicklungshilfen müssten Aufnahmeländer von Flüchtlingen besonders bedacht werden. Es gelte, eine Destabilisierung der betreffenden Staaten und damit weitere Vertreibungen zu verhindern.

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Tomasi wies weiter darauf hin, immer mehr Flüchtlinge genössen keinen internationalen Schutz; er bezog sich damit auf jene, die aufgrund der Folgen von Umweltschäden und Klimawandel ihre Heimat verließen.

Laut neuesten Angaben des UNHCR leben weltweit derzeit mehr als 60 Millionen Menschen als Flüchtlinge und Vertriebene, die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 2014 kamen jeden Tag durchschnittlich 42.500 hinzu.


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