Westen bietet Iran High-Tech-Reaktoren an

Der neue Vorschlag soll wieder Schwung in die Verhandlungen bringen, zumal der Westen dem Iran stets seine Unterstützung für ein friedliches Atomprogramm in Aussicht gestellt hat.

Irans Schwerwasserreaktor Arak war einer der Hauptstreitpunkte bei den Atomverhandlungen.
© EPA

Wien - Die USA und andere westliche Staaten bieten dem Iran High-Tech-Reaktoren und hochmoderne Nuklearausrüstung an, wenn Teheran nachweislich auf jegliche Atomwaffenambitionen verzichtet. Das geht aus einem vertraulichen Entwurf eines Dokuments hervor, den die Nachrichtenagentur Associated Press am Dienstag erhielt.

Bei dem Schriftstück handelt es sich um einen von mehreren Zusätzen zum geplanten Vertragstext für ein künftiges Atomabkommen zwischen dem Iran und den 5+1 (UN-Vetomächte plus Deutschland). Kurz vor dem geplanten Abschluss der laufenden Atomverhandlungen bestehen allerdings noch bedeutende Differenzen. Zu den Schlüsselfragen zählen ein künftiges Inspektionsregime und der Zeitplan für die Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran.

Der neue Vorschlag soll wieder Schwung in die Verhandlungen bringen, zumal der Westen dem Iran stets seine Unterstützung für ein friedliches Atomprogramm in Aussicht gestellt hat. Allerdings könnte er Kritiker im US-Kongress verärgern, die meinen, Washington habe gegenüber Teheran schon viel zu viele Konzessionen gemacht.

Hochmoderner Leichtwasserreaktor

In dem Dokumententwurf unter dem Titel „Zivile nukleare Zusammenarbeit“ wird unter anderem versprochen, den Iran mit einem hochmodernen Leichtwasserreaktor auszustatten, der den Schwerwasserreaktor in Arak ersetzen soll. In Schwerwasserreaktoren, die mit Natururan betrieben werden, fallen große Mengen Plutonium an, das zur Herstellung von Atombomben verwendet werden kann. Der Iran hat während der Verhandlungen angeboten, durch einen Umbau von Arak dessen Plutoniumausstoß zu verringern.

In dem achtseitigen Entwurf werden zudem Regelungen versprochen, um die Lieferung und den Abtransport von Brennstäben für alle zur Verfügung gestellten Reaktoren sicherzustellen. Zudem wird Hilfe beim Bau und dem effektiven Betrieb der Reaktoren sowie bei der Bereitstellung der benötigten Hardware versprochen. Außerdem will man mit dem Iran auf den Gebieten nukleare Sicherheit, Medizin, Forschung, Atommüllbeseitigung und anderen zivilen Anwendungen zusammenarbeiten.

Ein mit den Atomverhandlungen vertrauter Diplomat sagte, China sei bereit, beim Umbau des Schwerwasserreaktors in Arak zu helfen. Frankreich würde seine Hilfe bei der Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennstäben anbieten und Großbritannien auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit. (APA)


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