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Widerstand gegen Autoritäten und Althergebrachtes

Innsbruck — Bei Bertolt Brecht ist die Mutter Courage mehr Schlachtfeldhyänin und scheiternde Kriegsgewinnlerin als tragische Heldenfigur. D...

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© Gregor Sams

Innsbruck — Bei Bertolt Brecht ist die Mutter Courage mehr Schlachtfeldhyänin und scheiternde Kriegsgewinnlerin als tragische Heldenfigur. Deshalb ist die Zuschreibung, die „Floitenschlagstaude“ Elisabeth Lackner, die erste und einzige überlieferte Wilderin im Alpenraumes des 19. Jahrhunderts, sei eine „Zillertaler Mutter Courage“, ziemlich irreführend. Aus der Not geboren­e Courage freilich hatte Lackner fraglos. Sie begehrte auf, gegen mörderische Ausschlussmechanismen einer männlich beherrschten Gesellschaft, gegen geschriebenes Gesetz und das Recht des Stärkeren.

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Bereits 2004 veröffentlichte Wilhelm E. Hofer in Berenkamp-Verlag Wattens eine detailliert recherchierte Lebensgeschichte Lackners. Vier Jahre später folgte ein auf der Freilichtbühne Dornauberg-Ginzling uraufgeführtes Volksstück. Jetzt verhandeln die Filmstudenten Paul Rose und Jonas Köck Lackners Kampf gegen Autoritäten und Althergebrachtes im Dokumentarspielfilm „Die Wilderin“. Wobei vor allem die Spielszenen dank authentischer Ausstattung und atmosphärischem Gespür überzeugen. Darstellerin Luka Oberhammer verleiht der „Staude“ die enigmatische Aura eines Wildwest-Outlaws. Im Vergleich dazu bleiben die erklärenden Interviewpassagen blass. Konventionell gefilmt, uninspiriert montiert und betont emotional ergänzen die Befindlichkeits­spekulationen das Gezeigte nicht, sondern erzählen bereits Gesehenes nach. (jole)

Der Film läuft morgen, Freitag, um 19 Uhr im Metropol Kino in Innsbruck.

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