Bienen - EFSA will die multiplen Stressfaktoren erforschen

Wien (APA) - Die multiplen Stressfaktoren, die auf Bienen wirken, will die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem G...

Wien (APA) - Die multiplen Stressfaktoren, die auf Bienen wirken, will die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem Großprojekt erforschen. Geklärt werden soll, wie Parasiten, Krankheitserreger, Agrochemikalien wie Pflanzenschutz- oder Düngemittel sowie Veränderungen der Umwelt auf die Bienenvölker wirken und wie diese Faktoren miteinander in Interaktion stehen, hieß es am Donnerstag.

An dem mehrjährigen Projekt sollen sich unter anderem Bienenspezialisten sowie Experten für Tiergesundheit, Pflanzenschutz und Pflanzenschutzmittel beteiligen. Dieser integrative Ansatz sei notwendig, um zu verstehen, inwieweit diese Stressfaktoren am Bienensterben bzw. an der Schwächung der Bienenvölker beteiligt sind, sagte der irisische Veterinärmediziner Simon More, der die EFSA-Arbeitsgruppe „Multiple Stressors in Bees - (MUST-B)“ leitet, zu dem Projekt.

Dazu seien zuerst verlässliche und seriöse Überwachungsdaten etwa über Parasiten, Viren wie auch über Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Bienenstöcken notwendig, die dann in einem computergestützten Modell verarbeitet werden sollen. Das alles mit dem Ziel, die Auswirkungen dieser Parameter zu klären und vorherzusagen. Die EFSA will dabei eng mit der EU-Kommission, den EU-Mitgliedstaaten und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Die Pestizid-Experten der EFSA haben dafür das bereits existierende „Beehave“-Modell empfohlen, das jedoch noch für die Ansprüche des neuen Projekts adaptiert werden müsse. Mit „Beehave“ könne eine Bienenstock-Population unter der Berücksichtigung von Umweltfaktoren wie den Wetterkonditionen, der Verfügbarkeit von Nahrung (also Pollen und Nektar) sowie dem Schädling Varroamilbe und zwei diesem assoziierten Viren simuliert werden.

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Für die Beurteilung der Bienengefährdung müsse man das „Beehave“-Modell noch um ein „Pestizid-Modul“ erweitern, wie auch weitere Krankheitserreger berücksichtigt werden müssten. Genannt wurden die Faulbrut und der Parasit Nosema. Die Interaktion und Auswirkungen all dieser genannten Faktoren sollte dann infolge zu einer messbaren Größe werden, so die Pläne der EFSA.


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