Asyl - Haslauer: „Hilfsbereitschaft nicht überdehnen“

Salzburg (APA) - Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat am Donnerstag in einem Radiointerview mit Antenne Salzburg seine...

Salzburg (APA) - Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat am Donnerstag in einem Radiointerview mit Antenne Salzburg seinen Unmut über den gestrigen Asylgipfel geäußert. „Ich hatte den Eindruck, der Termin war eher aus medialen Gründen angesetzt.“ Der Bundeskanzler habe wohl Leadership zeigen wollen. Die Vorschläge von Werner Faymann (SPÖ) hätten sich allerdings als wenig hilfreich erweisen.

Er hätte sich von dem Treffen Antworten auf drängende Fragen erwartet, betonte Haslauer. „Wie kann man den Zufluss von Flüchtlingen eindämmen? Wie lange bleiben sie? Wie viele Flüchtlinge ist Österreich bereit, insgesamt aufzunehmen?“ Wenn diese Fragen nicht beantwortet werden, führe das zu einer massiven Verunsicherung in der Bevölkerung. „Wir werden die Erfüllung der Quoten mit einem gemeinsamen Kraftakt schaffen. Aber wir dürfen unsere Hilfsbereitschaft nicht überdehnen“, betonte der Salzburger Landeshauptmann.

Er könne sich etwa befristete Asylberichtigungen vorstellen, eventuell bedürfe es auch Gesetzesänderungen. „Man muss prüfen, wie viele Personen wir insgesamt aufnehmen können. Asylberechtigte haben volle Rechte hier, sie sind in der Mindestsicherung und bekommen Wohnbeihilfe, sind aber mangels Sprachkenntnisse schwer integrierbar und werden kaum mehr betreut.“

Er sehe eine nationale Krise auf Österreich zukommen. „Wir sind nicht in der Lage, das Elend der ganzen Welt in Österreich alleine zu schultern“, sagte Haslauer. Wenn es nicht bald eine gemeinsame europäische Lösung gebe, werde Österreich alleine die notwendigen Schritte setzten müssen. Wie diese aussehen könnten, blieb Haslauer schuldig - er war zunächst nicht für die APA erreichbar. Zugleich zeigte sich der Landeshauptmann in einer Aussendung zuversichtlich, bis zum Sommer rund 400 zusätzliche Asylwerber unterzubringen - ein Teil der gestern vereinbarten österreichweit 6.500 zusätzlichen Plätze.

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