Anklage in Deutschland wegen Lieferung von Militärkleidung

Karlsruhe (APA/AFP) - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat vier Männer wegen der Beschaffung von Militärkleidung für eine syrische Jihadisten...

Karlsruhe (APA/AFP) - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat vier Männer wegen der Beschaffung von Militärkleidung für eine syrische Jihadisten-Gruppe angeklagt. Die Beschuldigten im Alter von 29 bis 49 Jahren sollen geholfen haben, tausende Stiefel und Militärparkas sowie dutzende Militärhemden im Wert von rund 130.000 Euro für die Bewegung Ahrar al-Sham zu kaufen und über die Türkei in das Bürgerkriegsland zu bringen.

Haupttäter soll demnach ein 32-jähriger libanesischer Staatsbürger sein, der die Ware 2013 im Auftrag eines Mittelsmanns der Gruppe erwarb und den Transport nach Syrien organisierte. Er und ein weiterer Angeklagter sollen zuvor außerdem Funkscanner und fünf gebrauchte Krankenwagen für Ahrar al-Sham besorgt haben. Der 32-Jährige war im Oktober 2014 festgenommen worden.

Zusammen mit seinen drei mutmaßlichen Komplizen soll der Mann sich nach dem Willen der Bundesanwaltschaft wegen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor dem Staatsschutzsenat des Stuttgarter Oberlandesgerichts verantworten.

Ahrar al-Sham gehörte der Bundesanwaltschaft zufolge zumindest bis Mitte 2014 zu den größten und wichtigsten islamistischen Terrorgruppen im syrischen Bürgerkrieg, wurde dann aber durch einen Anschlag geschwächt, der nahezu ihre gesamte Führungsspitze tötete. Die Gruppe will das Regime des syrischen Machthabers Bashar al-Assad stürzen und einen Gottesstaat schaffen.


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