Ufer für neue Pachtverträge am Reintaler See in Sicht

Das Land Tirol wird wieder als Pächter agieren. Nach zähem Ringen wurde der neue Vertragsentwurf Ende Mai zur Unterschrift vorgelegt.

© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Kramsach –Es ist eine komplizierte Sache, wenn es um neue Pachtverträge am Reintaler See geht. „Es gibt nämlich zwölf Seebesitzer. Die Grundstücke gehören aber neun Privatpersonen, den Österreichischen Bundesforsten und dem Land Tirol. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist fast schon ein Kunststück“, wissen die Kramsacher Vizebürgermeisterin Karin Friedrich und Markus Kofler, der TVB-Direktor Alpbachtal Seenland. Denn Ende Mai lief der Seevertrag zwischen dem Land Tirol einerseits und den Seebesitzern als Verpächter andererseits aus. Auch die Pachtverträge zwischen Land und Grundeigentümern brauchen eine Erneuerung.

„Schon vor fast zwei Jahren begann die Diskussion über die Fortführung des Seepachtvertrages. Die heiße Phase der Verhandlungen startete dann im Frühjahr 2014. Die verschiedensten Modelle der Seebewirtschaftung wurden angedacht, diskutiert und dann wieder verworfen. Schließlich wurde ein Vertragsentwurf von allen Gremien befürwortet und Ende Mai zur Unterschrift vorgelegt. Und der knüpft weitgehend an bestehende Verträge an“, berichten Karin Friedrich und Markus Kofler. Abgesegnet sind auch schon die jährlichen Beiträge von Gemeinde und TVB. So entfallen auf die Gemeinde Kramsach jährlich 21.000 Euro und auf den TVB Alpbachtal Seenland 17.500 Euro (ohne Mehrwertsteuer).

Es soll jetzt der dritte Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren sein, nachdem das Land Tirol ab dem Jahre 1975 Ordnung ins System gebracht hatte. Streitereien unter den Seeeigentümern und den Besitzern der Ufergrundstücke, die große Gefahr der Uferverbauung, die Überwachung des Seezustandes und die fehlende Lenkung der bis zu 6000 Erholungssuchenden hätten zu diesem Engagement geführt, wie dem Bericht des Landesrechnungshofes aus dem Jahr 2007 zu entnehmen ist. „Ein derartiges Konstrukt gibt es sonst in Tirol nirgendwo. Ich sehe darin ganz einfach ein Entgegenkommen des Landes und eine notwendige Rechtssicherheit“, betont Friedrich. Laut Landesrechnungshofbericht sei das alles kein leichtes Unterfangen. Überdurchschnittliches Verhandlungsgeschick und immenser Zeitaufwand wären dazu notwendig.

Die Hälfte der Aufgaben sei bewältigt, heißt es bei Gemeinde und TVB. Denn der Seevertrag sei die Basis für alle Folgeverträge. „Gottlob haben die Grundeigentümer ihre Verträge um ein Jahr verlängert. Da geht es um den Rundwanderweg, die Liegewiese und Parkplätze. Ich hoffe, dass es dann bis Ende Mai 2016 einen positiven Abschluss gibt. Visionen, den Reintaler See attraktiver und familienfreundlicher zu gestalten, haben wir genug“, verrät Friedrich.


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