Mindestens 41 Tote bei Anschlägen in Tunesien, Kuwait und Frankreich

Lyon/Sousse/Kuwait-Stadt (APA/dpa) - Bei einer Reihe von Anschlägen in Tunesien, Frankreich und Kuwait sind am Freitag mindestens 41 Mensche...

Lyon/Sousse/Kuwait-Stadt (APA/dpa) - Bei einer Reihe von Anschlägen in Tunesien, Frankreich und Kuwait sind am Freitag mindestens 41 Menschen getötet worden. Das schlimmste Attentat ereignete sich in Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste, wo nach Angaben der Behörden bei einem Angriff von bewaffneten Tätern auf zwei Touristenhotels mindestens 27 Menschen starben.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete, unter den Toten seien Deutsche und Briten. Das Auswärtige Amt in Berlin bemühte sich um Aufklärung.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait gab es bis zu 13 Tote. In Frankreich wurde nach einem Überfall auf eine Gasefabrik bei Lyon die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt.

Großbritanniens Premierminister David Cameron berief nach den mutmaßlichen Terrorattacken in Tunesien und Frankreich noch für Freitag das Sicherheitskabinett ein, um die Situation zu beraten

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Ob es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Anschlägen gibt, war zunächst nicht klar. In allen Fällen gab es aber Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Am Dienstag nächster Woche wird es ein Jahr her sein, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Kalifat ausgerufen hat.

Die Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag in Kuwait. Der Sprecher der Terrorgruppe, Abu Mohammed al-Adnani, hatte Unterstützer und Sympathisanten dazu aufgerufen, während des Fastenmonats Ramadan Attentate auf „Feinde“ des Islams zu verüben.

Bei dem Angriff auf das Touristenhotel im tunesischen Badeort Sousse stiegen die Opferzahlen innerhalb von kurzer Zeit. Die staatliche Nachrichtenagentur Tap berichtete am Nachmittag unter Berufung auf das Innenministerium von mindestens 27 Toten. Bewaffneten Terroristen hätten Touristen am Strand zwischen zwei Hotels überfallen. Dabei habe es auch Schusswechsel mit Sicherheitskräften gegeben.

In Tunesien hatte es in der Vergangenheit schon mehrfach Anschläge auf Touristen gegeben.

Knapp ein halbes Jahr nach den Mordanschlägen von Paris wurde Frankreich erneut von einem islamistischen Attentat erschüttert. Nach dem Überfall auf die Gasfabrik gab es einen Toten und mindestens zwei Verletzte. Die Polizei nahm einen 35-jährigen Mann fest, der Kontakt zur radikalislamischen Szene haben soll. Später stellte sie einen weiteren Tatverdächtigen.

Frankreichs Präsident François Hollande brach wegen des Anschlags seine Teilnahme am EU-Gipfel in Brüssel ab. Auf dem Körper des enthaupteten Manns wurden arabische Schriftzeichen entdeckt. Sein Kopf steckte auf einem Zaun, der die Gasfabrik umgibt. In der Nähe waren nach Angaben von Augenzeugen zwei schwarze Islamistenflaggen zu sehen.

(Gesamtzusammenfassung)


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